Neues nach dem "Neon"-Aus
 

Neues nach dem "Neon"-Aus

Neon
Das Neon-Magazin macht jetzt einiges neu – aber nur noch im Internet.
Das Neon-Magazin macht jetzt einiges neu – aber nur noch im Internet.

Das Neon-Magazin stellt seine Printausgabe ein und setzt auf seinen Online-Auftritt. Unterdessen nehmen neue Printprodukte die Millennials ins Visier.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 17/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Schon die Ankündigung im Februar machte viele stutzig: Die Digitalpräsenz von Neon solle ausgebaut werden und „zum erfolgreichsten Portal für Millennials“ werden. Visionen für die Printausgabe des Magazins fand man nicht. Erst im letzten Absatz ging Chefredakteurin Ruth Fend auf das Magazin ein: Print und Online sollten sich gegenseitig stärken. „Neon-Leser fühlen sich im Netz zuhause, und sie lieben Print“, so Fend. In den IVW-Zahlen spiegelte sich diese Liebe nicht wirklich wider: 61.000 Hefte verkaufte man zuletzt noch – im Rekordquartal 3/2011 waren es noch über 250.000. An eine Einstellung des Magazins denke man dennoch nicht, hieß es damals im Hause Gruner + Jahr. Zwei Monate später kam aber doch die Nachricht: Neon wird nach 15 Jahren eingestellt, Mitte Juni erscheint die letzte Ausgabe. „Ihr seid zu wenige geworden“, verabschiedete sich Fend von den Lesern. „Die heute 20-Jährigen haben neue Lebensbegleiter gefunden, im Zeitschriftenregal, aber auch im Netz, unter anderem bei den digitalen Angeboten von Neon“, machte sie den digitalen Wandel mitverantwortlich für das Ende von Neon.

Auf jeden Fall ist die Zielgruppe der Jungen ein hartes Pflaster für Printprodukte. Deutschlands Jugendmagazin Nummer eins etwa, die Bravo, sank bei den diese Woche veröffentlichten IVW-Zahlen für das Quartal 1/2018 unter die 100.000er- Marke bei der verkauften Auflage. Vor drei Jahren waren es noch über 170.000 verkaufte Hefte. Werbefinanzierte Magazine, die ähnlich wie Neon eine studentischere Zielgruppe im Visier haben – wie etwa Vice – lassen sich nicht mit dem Kaufmagazin Neon vergleichen.

Attraktiv ist die Zielgruppe der Millennials aber auf jeden Fall, die Funke Mediengruppe etwa startete erst im Herbst #screenshot ein Magazin, das in einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Handel kam und sich explizit an eine junge, digitale Zielgruppe richtet. „Wir sind überzeugt: Der Satz ‚Die Jugendlichen lesen doch ohnehin nur noch auf ihren Smartphones‘ stimmt so nicht“, sagt Matthias Körner, der Verlagsgeschäftsführer Funke Medien NRW.

Ein Neon-Nachfolger könnte gar aus dem eigenen Haus kommen. Bei Gruner + Jahr erscheint nun das Zeitgeist-Magazin JWD, das auf die persönliche Strahlkraft von Moderator Joko Winterscheidt setzt. Die erste Ausgabe erschien in einer Auflage von 200.000 Stück und soll an den Erfolg anschließen, den der Verlag mit Barbara und Testimonial Barbara Schöneberger erzielen konnte.

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