Neues Magazin für reiche Russen
 

Neues Magazin für reiche Russen

"Snob" richtet sich an die weltoffene Mittelklasse, nicht an russische die neureichen Ölmillionäre.

Die gebildete, urbane Karriereschicht Russlands bekommt ein eigenes Magazin - es heißt zwar "Snob", richtet sich aber genau nicht an die versnobten neureichen Profiteure des Ölbooms und deren oft als geschmacklos empfundenenem protzigen Gehabe. "Die offen zur Schau gestellte Extravaganz, der rote Lippenstift, die Diamanten, die Pelze - all das ist passé", erklärt die Chefredakteurin der russischen Vogue. Dass der Titel dennoch "Snob" heißt, sei ironisch gemeint - aber im Gegensatz zu anderen Ländern haben Snobs in Russland keine Angst davor, sich als solche zu bezeichnen. "Snob" richtet sich also nicht an die 100.000 Millionäre Russlands, sondern an jene, die zwischen 3.000 und 6.000 Euro verdienen - Russen in Russland aber auch im Ausland lebend. Copypreis: 13 Euro.



Die Gründung eines solchen Titel gilt als bezeichnend für einen Umschwung in Russland: die weltoffene, gebildete Mittelschicht blickt herunter auf die Neureichen Ölmultis. Protziges Angebertum ist out. Erfolg und Wohlstand sollen auf zurückhaltende Weise thematisiert werden. Diese Ausrichtung deckt sich mit dem britischen Society-Magazin "Tatler", das seit kurzem auch eine russische Ausgabe herausgibt. (pte)



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