Neuer Presserat soll im Herbst starten
 

Neuer Presserat soll im Herbst starten

VÖZ und Gewerkschaft einigen sich über neues Presserat-Modell

Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen und Franz C. Bauer, Präsident der Journalistengewerkschaft unter Einbindung von Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid befinden sich inzwischen in Detailverhandlungen über den neuen Presserat, der ab Herbst aktiv sein will und auf eine breite Basis gestellt werden soll. Das Organ zur freiwilligen überbetrieblichen Selbstkontrolle der Presse soll auf die Einhaltung der journalistischen Berufspflichten und die Beachtung der Grundrechte der Pressefreiheit achten. Die organisatorische Basis bildet der von VÖZ, JG und dem Verein der Chefredakteure gebildete Trägerverein, zu dem auch der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband, der Presseclub Concordia und der Verband der Regionalmedien Österreichs als Mitglieder geladen werden. Als operative Plattform dient der Presserat, welcher sich aus zwei Senaten zu je sechs vom Trägerverein gewählten Mitgliedern zusammensetzt, wobei der Vorsitz einer rechtskundigen Person übertragen werden soll. Angedacht sind außerdem ein Ombudsmann-System und ein ehrenamtlicher Leserbeirat. Ziel ist jedenfalls eine rechtliche Aufwertung der Feststellungen des Presserats und eine Umsetzung der EU-Richtlinie für die Selbstkontrolle im Bereich Finanzjournalismus.

Das Neuaufleben eines österreichweiten Presserats mit hoher Akzeptanz der Printmedien ist positiv zu werten. Seit dem Austritt des VÖZ 2002 gab es nur kleine Initiativen, wie die Initiative Qualität Journalismus oder die Leseranwaltschaft, die sich um Anliegen der Leser kümmerten und die unter mangelnder Bekanntheit und fehlenden Sanktionsmöglichkeiten litten.

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