Neuer ORF-Publikumsrat trifft sich
 

Neuer ORF-Publikumsrat trifft sich

Am Dienstag, den 16. März, werden sich die neu gewählten 36 Mitglieder erstmals zusammensetzen.

Morgen wird die Hörer- und Sehervertretung in neuer Zusammensetzung tagen und dabei gleich beim ersten Treffen wesentliche Entscheidungen fällen. Einerseits wird über den Vorsitz entschieden, andererseits werden sechs Mitglieder in den Stiftungsrat gewählt, wobei für die Machtverhältnisse im ORF letztere Frage die größte Tragweite hat.

Das ORF-Gesetz schreibt einen genauen Schlüssel für die sechs Stiftungsräte vor, die vom Publikumsrat entsendet werden. Drei der sechs Vertreter müssen aus den Bereichen Hochschulen, Kunst und Kirchen stammen. Wahrscheinlichste Bestellvariante: Zwei SPÖ-nahe Räte und der unabhängige Kirchen-Vertreter Franz Küberl. Die drei anderen zu Entsendenden werden aus den sechs öffentlich gewählten Publikumsräten bestimmt. Nachdem die SPÖ dabei nur einen Kandidaten durchbrachte, werden dies voraussichtlich ein SP- und zwei VP-nahe Gremienmitglieder sein.

Die ÖVP hatte zwar bei der Faxwahl überraschend fünf von sechs Sitzen für sich reklamieren können, die Besetzung des neuen ORF-Publikumsrates wird aber nicht zuletzt aufgrund der Direkt-Entsendung von 17 Kandidaten durch das SP-regierte Kanzleramt mehrheitlich dem sozialdemokratischen Spektrum zugerechnet. Als eindeutig der Volkspartei nahestehend werden in dem insgesamt 36 Köpfe zählenden Publikumsrat lediglich neun Mitglieder betrachtet.

Im Stiftungsrat wiederum dürften die Machtverhältnisse nach der für die SPÖ schiefgegangenen Faxwahl gleichbleiben: Die SPÖ verteidigt dort weiter die relative Mehrheit von 15 Sitzen, die ÖVP dürfte zwölf Stiftungsräte stellen.

Erstmals gibt es in dieser Funktionsperiode übrigens 36 Publikumsräte. Dieser Umstand gründet darin, dass das BZÖ nunmehr eine eigene Parteiakademie betreibt und über diese direkt einen Vertreter benennen darf.

(Quelle: APA)
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