Neuer Obmann: 'Inhalte im Vordergrund, nicht ...
 
Neuer Obmann

'Inhalte im Vordergrund, nicht Parteipolitik'

David Faber
Jürgen Bauer (geb. Tarbauer) hat klare Vorstellungen von seiner Amtszeit.
Jürgen Bauer (geb. Tarbauer) hat klare Vorstellungen von seiner Amtszeit.

Der am 26. Juni frischgebackene Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation Wien, Jürgen Bauer, Stellvertreter wurden André Reininger und Marco Schreuder, gibt in seinem ersten Interview im Amt Antworten auf aktuelle Entwicklungen und seine persönlichen Ansätze.

Horizont: Herr Bauer, auf was legen Sie besonderen Wert im Umgang mit den anderen Parteien?
JÜRGEN BAUER (geb. Tarbauer): Dass ich ein gutes Einvernehmen mit allen Fraktionen habe – ich werde versuchen, vor allem über Parteigrenzen hinweg mit allen zu arbeiten. Nicht die Parteipolitik soll im Vordergrund stehen, sondern die Inhalte.

Wie würden Sie Ihre ­Vision für die Zukunft der ­Fachgruppe ­beschreiben?
Erstens effizient; zweitens    für das Mitglied arbeiten; und drittens inhaltlich über politische Ideologien hinweg zu agieren.

Sie meinten im Wahlkampf, Sie wollen den Fachgruppen-Obmann mit einem breiten Programm für die Wirtschaft stellen. Was ­verstehen Sie darunter?
Ich habe die ‚Know-how-Allianz‘ gegründet, mit so gut wie allen größeren Vertretern und Verbänden, die wir in Österreich haben, und ein breites inhaltliches Paket oder ein Konzept ausgearbeitet. Was ich mit „breiterem Programm“ meine, ist, dass wir da versucht haben, so gut wie möglich wirklich alle Branchenteilnehmer in der Werbung und Marktkommunikation abzuholen und gemeinsam ein Forderungsprogramm für unsere Branchen aufzustellen. Das werden wir in den nächsten fünf Jahren konsequent in der Wirtschaftskammer umsetzen.

Ihrer Meinung nach soll Geld noch stärker in Services fließen. Wie wollen Sie das bewerkstelligen, und welche Services sind gemeint?
Es gibt so viele Möglichkeiten, wo man den Mitgliedern noch stärker Leistungen anbieten kann. Unser ­Versicherungspaket ­beispielsweise hat sich als ein absolut geniales Tool entwickelt.

Manche behaupten, dass bei Förderungen noch viel Geld auf der Straße liegt, wo kleinere Unternehmen auch richtig tolle Digital-Kampagnen fahren könnten. Wie sieht das in der heutigen ­Realität aus?
Ich glaube, dass es großes Potenzial gibt und viele Mitglieder nicht wissen, wie sie diese Chancen nutzen können. Ich möchte die Information zu Förderungen für unsere Mitglieder zugänglicher machen. Das muss man viel stärker kommunizieren. Gerade für die kleineren Mitglieder und EPU ist es ein wahnsinniger Vorteil und Umsatzbringer, wenn sie ihren Kunden das Wissen über rasche Unterstützungen und Förderungen weitergeben können. Den kleineren Unternehmen können Möglichkeiten aufgezeigt werden. Das kann auch als Akquise-Tool verwendet werden. Gerade in der Corona-Krise hat man gesehen, dass manche Förderanträge kein Spaziergang sind. Es gibt viele Förderungen, die nicht allzu umfangreich sind, aber durchaus sinnvoll und auch wichtig. Und da möchte ich den Mitgliedern noch stärker zeigen: Nutzt das! Ich glaube, man hat damit ein gutes Tool in der Hand, mit dem man sich und den eigenen Kunden wirklich helfen kann.

Wie wollen Sie Awareness schaffen und bei politischen Entscheidern entsprechend Druck machen?
Ich glaube, es ist jetzt aufgrund der Corona-Situation für unsere Branche nicht leichter geworden, sondern eher schwieriger. Ich werde mich auch künftig engagieren. Ich komme aus der „Jungen Wirtschaft Wien“, bei der ich viele Jahre Vorsitzender war. Da war es tägliches Brot, zu kämpfen.

Welche Services bringen etwas?
Jeder in der Branche sollte wissen, dass es diese Fachgruppe gibt, Funktionäre, sie sich täglich für Verbesserungen der Branche einsetzen und Agenden vorwärtsbringen. Um das auch weiterhin zu gewährleisten, ist geplant, unsere Services zu analysieren, um festzustellen, ob und wo es welche gibt, die verbesserungswürdig sind.

Mehr als die Hälfte der Anträge wurden zuletzt in der Fachgruppe mit Dirimierungsrecht durchgeboxt. Wie gehen Sie dagegen vor?
Das Problem ist nicht, dass es das ­Dirimierungsrecht gibt, es gibt Momente, in denen das sehr wichtig ist, aber es sollte nicht zur Gewohnheit werden. Vielmehr sollte darauf geachtet werden, dass Anträge diskutiert werden und dass man auf einen gemeinsamen Nenner kommt.
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