Großbritannien: Neuer Nachrichtenkanal 'GB Ne...
 
Großbritannien

Neuer Nachrichtenkanal 'GB News' gestartet

GB News

Neue britischer TV-Sender will konservative Seher locken und denkt bereits an internationale Expansion.

Am Sonntagabend ist in Großbritannien der lang erwartete, neue Nachrichtensender 'GB News' gestartet. Geleitet wird das neue TV-Programm vom ehemaligen BBC-Journalisten, Ex-Sunday-Times-Chefredakteur und Ex-Sky-News-Vorsitzenden Andrew Neil. Anders als andere Nachrichtenkanäle auf der Insel will 'GB News' Seher vor allem mit meinungsstarken Programm locken. Dafür muss der Sender aber die strengen Regeln für Unparteilichkeit der britischen Aufsichtsbehörde Ofcom neu interpretieren.

Erste Sendung von 'GB News'



Neil bestätigte auf der FT-Konferenz "Future of News" die konservative Ausrichtung des Senders. Die aktuelle britische Medienlandschaft zeige vor allem gegenüber "woke warriors" Verständnis, so Neil. 'GB News' soll "Gegenstimme" dazu sein. Laut Neil sei das Startbudget mit jährlich 20 Millionen Pfund (rund 23 Millionen Euro) knapp bemessen. Laut Guardian hat man insgesamt 60 Millionen Pfund Startfinanzierung von Investoren wie Discovery, einem Investmentunternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Hedge-Fonds-Manager Paul Marshall, der vor allem durch seine pro-Brexit-Haltung bekannt wurde, eingesammelt.

Studiotour



Mit dem Geld hat man nicht nur ein neues Studio gebaut, sondern vor allem viele Talente am britischen und internationalen TV-Markt eingekauft. BBC-Nachrichtenmoderator Simon McCoy ist ebenso an Bord wie Sky News-Moderator Colin Brazie, Euronews-Politik-Redakteur und -Moderator Darren McCaffre und Euronews-Moderatorin Rosie Wright. Kolportiert wurde eine Personalstärke von mehr als 100 Mitarbeitern.

Internationale Expansion

Falls der Sender wirtschaftlich erfolgreich ist, denkt Neil bereits an eine internationale Expansion: "Wenn uns das gelingt, werden wir nicht verkaufen, denn für uns ist Großbritannien nur der erste Markt."

Das Geschäftsmodell sei so strukturiert, "dass wenn es hier funktioniert, andere Märkte wie zum Beispiel Spanien oder andere osteuropäische Märkte anschauen werden." Geplant sei dann nicht ein Modell wie bei CNN oder BBC World News, die in fast allen Märkten das gleiche Programm senden, sondern "unverwechselbare Nachrichtenkanäle für unverwechselbare Märkte."

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