Neuer Drucker-KV steht fest
 

Neuer Drucker-KV steht fest

Nach mehr als einem Jahr der zähen Verhandlungen konnten sich die Sozialpartner auf ein Ergebnis verständigen - die Eckpfeiler.

Anfang November sah alles nach einem endgültigen Scheitern der Verhandlungen um neue Kollektivverträge im grafischen Gewerbe aus, um die bereits seit dem Vorjahr ergebnislos gefeilscht wird. Knapp vor Weihnachten – konkret am 15. Dezember - wurde endlich Einigkeit über einen neuen Kollektivvertrag zwischen der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und dem Verband Druck & Medientechnik erzielt. Die Eckpfeiler des neuen Kollektivvertrags finden Sie weiter unten in dieser Meldung.

 

„Die Änderungen im neuen Kollektivvertrag sollen den Standort Österreich sichern und Entlastungen für die Zeit der Krise bringen“, kommentiert der Druckverband das Ergebnis. Mit den kollektivvertraglichen Änderungen soll es gelingen, österreichische Arbeitsplätze zu sichern und die gesamte Branche international wettbewerbsfähig zu halten. Die Verhandlungsdauer von mehr als einem Jahr zeige, dass ein Kompromiss erzielt werden konnte, für den beide Seiten „an die Grenze des Zumutbaren“ gegangen seien.

 

Nachdem es innerhalb der zähen Verhandlungen immer wieder zu gegenseitigen Anschuldigungen, Streiks und längeren Unterbrechungen der Gespräche gekommen war, demonstrieren nun beide Seiten Weihnachtsfriede. Rudolf Cuturi, Neo-Präsident des Verbandes Druck & Medientechnik – er war Michael Hochenegg im Oktober nachgefolgt – zum neuen Kollektivvertrag: „Es waren zähe Verhandlungen, aber die Atmosphäre war meistens sachlich und konstruktiv. Das Ergebnis zeigt, dass in Österreich die Sozialpartnerschaft nach wie vor funktioniert.“ Der Vorsitzende des Wirtschaftsbereiches Druck, Kommunikation, Papierverarbeitung in der GPA-djp Franz Bittner, sieht die Vereinbarung „als die Möglichkeit des Machbaren, wobei auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmungen wie auch deren Beschäftigte Rücksicht genommen wurde“.



Eckpfeiler des neuen Kollektivvertrags laut Druckerverband:

Strukturelle Änderungen

Flexible Arbeitszeit:

Erweiterte Flexibilisierung bei der Arbeitszeit – ein Bandbreitenmodell mit einem halben Jahr Durchrechnungszeitraum

Reduktion von Zulagen:

Entfall der Mehrstundenzuschläge für Bogendruckereien

Möglicher Entfall/Reduktion von Mehrwerkezulagen auch für Kleinbetriebe

Einrechnung und Streichung der Rollenzulagen

Glättung der Einkommen bei Angestellten

Reduktion der Bezahlung für die Pausenverschiebung bei Zeitungen

Maßnahmen für die Krise

Erweitertes Bandbreitenmodell

Entfall von einer Stunde des Nachtzuschlags während der Krise

Lohn- und Gehaltsrunde

wurde erstmals nach Branchenbereichen differenziert (Bogen, Rolle, Zeitung) und besteht aus einem System von Einmalzahlungen und prozentuellen Erhöhungen. Laut Druckerverband sind die Lohn- und Gehaltsverhandlungen wie folgt ausgegangen: Für die Bogendrucker sind es 150 Euro Einmalzahlung für 2009 und eine Erhöhung von 1,2 Prozent ab April 2010, für Rollenoffsetbetriebe und die Herstellung von Zeitungen sind es drei Prozent ab Jänner 2010 und gestaffelte Einmalzahlungen für 2009. Die Lohnrunde 2010 ist derzeit noch offen. Für Mischbetriebe Rollenoffset/Bogen soll es noch eigene Regelungen geben.

 

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