Neue Initiative: 'Österreich hilft Österreich...
 
Neue Initiative

'Österreich hilft Österreich': ORF startet dritte Hilfsmarke

ORF/Roman Zach-Kiesling
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Rotkreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig und ORF-CSR-Verantwortlicher Pius Strobl bei der Präsentation am Donnerstag.
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Rotkreuz-Generalsekretär Michael Opriesnig und ORF-CSR-Verantwortlicher Pius Strobl bei der Präsentation am Donnerstag.

Unter dem Motto "Helfen wir helfen" launcht der ORF seine nunmehr dritte Hilfsmarke. "Österreich hilft Österreich" soll die führenden Hilfsorganisationen in ihren Aktivitäten unterstützen, aktuell in der Coronakrise, aber auch darüber hinaus. Die Unterzeichnung einer Gründungsurkunde erfolgt diesen Donnerstag, Kampagnenstart ist am Freitag.

"Wenn es darauf ankommt, hilft Österreich Österreich", heißt es in einem HORIZONT vorliegenden Papier zur zweiteiligen Kampagne, die am 7. August in allen Medien des ORF und begleitend in Print starten soll. Teil eins wird dabei als "klassische Teaserkampagne geführt, die Positionierung, Imagebildung und Aufbau der Markenbekanntheit" dienen soll. Teil zwei (voraussichtlich ab 21. August) hat dann die Spendenmobilisierung zum Ziel. Im September erfolgt voraussichtlich eine Erlagscheinbeilage zu den GIS-Aussendungen, Kooperationen mit Medienhäusern seien erwünscht und würden angestrebt.

Und worum geht's bei der nunmehr dritten "Hilfsmarke" des ORF neben "Licht ins Dunkel" und "Nachbar in Not", die alle von Pius Strobl, Leiter der ORF Corporate Social Responsibility, verantwortet werden? Die Corona-Krise stelle "jeden und jede von uns vor gewaltige Herausforderungen. Und wer besonders von der Corona-Krise be- und getroffen ist, wer sich nicht mehr alleine zurechtfindet, wer trotz aller staatlicher Maßnahmen Hilfe braucht, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen, der soll sie bekommen," so die allgemeine Zielsetzung.

'Helfen wir Helfen'

Die gemeinsam mit Österreichs führenden Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe geplante ORF-Aktion will via Spendenaufrufen die Hilfsmaßnahmen ebendieser Organisationen sichern, aktuell während Corona-Zeiten , "aber auch in künftigen inländischen Krisen- und Katastrophenzeiten". Man wolle damit eine bundesweite Aktion des Zusammenhalts, eine starke Basis der Gemeinschaft schaffen, "um die vielen kleinen Gesten der Solidarität zu einer großen, landesweiten Hilfsaktion zu vereinen". Der ORF trete dabei als "Rundfunk der Gesellschaft" auf und stehe ein für das "Füreinander-Da-Sein in schweren Zeiten".

Die Kräfte von ORF und Hilfsorganisationen, die Geld- und Sachleistungen verteilen und sachkundige Beratung für in Not Geratene gewährleisten sollen, werden dem Vernehmen nach wie bei der Aktion "Mutter Erde" in einem eigenen Verein gebündelt. Der Modus: Der ORF ruft zu Spenden auf, der Verein verteilt sie. Die Konstruktion bei "Mutter Erde" - mit ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz als Vereinsobmann - hatte im vergangenen Jahr auch zu Kritik aus dem ORF-Publikumsrat geführt.

ORF-Kenner sehen im nationalen Schwerpunkt von "Österreich hilft Österreich" auch einen bewusst gesetzten Gegenpol zum internationaleren "Nachbar in Not". Die Aktion sei denn auch "auf Wunsch des Bundeskanzleramtes" ins Leben gerufen worden, wie ein Insider vermutet. Der Schulterschluss von ORF und Hilfsorganisationen bündelt jedenfalls nicht nur die Kräfte im Kampf gegen die sozialen Folgen von Corona, sondern positioniert auch den ORF verstärkt in der Mitte der Gesellschaft. Und ein Jahr vor der nächsten Generaldirektorswahl auch dessen Chef Alexander Wrabetz.

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