Nachrichtensender: 'GB News' im Quotenkeller
 
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'GB News' im Quotenkeller

Screenshot: GB News

Neuer britischer Nachrichtenkanal setzte nach Erfolgen in den ersten Tagen zum Sinkflug bei den Zuseherzahlen an. 

Es hätte ein schlagfertiges Gegengewicht zu den "Londoner Eliten" am britischen TV-Nachrichtenmarkt werden sollen, als vor zwei Wochen der Nachrichtensender GB News gestartet ist. Geleitet wird der Kanal vom bekannten britischen Publizisten Andrew Neil, der zuletzt auch eine Sendung auf der BBC moderiert hat. Die aktuelle britische Medienlandschaft zeige vor allem gegenüber "woke warriors" Verständnis, so Neil vor dem Start. 'GB News' solle "Gegenstimme" dazu sein und engagierte dafür ein hochkarätiges und diverses Team aus ganz Großbritannien. Dafür startete man mit einem jährlichen Budget von 20 Millionen Pfund (rund 23 Millionen Euro) und kolportierten 60 Millionen an Gesamt-Budget für die nächsten Jahre.


In den ersten Tagen sah es so aus, als sei der Versuch, BBC Nachrichten und Sky News in die Schranken zu weisen, geglückt. 336.000 Menschen schalteten beim Start Mitte Juni ein - mehr als konkurrierende Nachrichtensender. Senderchef Neil jubelte auf Twitter.
In der nun dritten Woche dürfte aber Ernüchterung einkehren: Die vergangenen Tage schaffte es keine einzige Sendung des jungen Nachrichtensenders, die 50.000-Zuseher-Marke zu durchbrechen. Laut Media Monitoring Services haben einige Sendungen des Kanals in den ersten zwei Wochen zigtausende Zuseher verloren. Mitte Juni schalteten bei der Morning-Show des Senders noch 56.000 Briten ein, 22.000 davon sind inzwischen wieder weg.

Neil nimmt Auszeit

Auch von dem 20-Millionen-Pfund-Budget merkten die Zuseher zu Beginn wenig. Der Sender war geplagt von technischen Schwierigkeiten und zahllosen Hoppalas - vor allem bei der Tontechnik. Senderchef Andrew Neil, der eigentlich eine Hauptabendsendung des Kanals moderieren sollte, hat nur wenige Tage nach dem offiziellen Start gleich eine Bildschirm-Auszeit angekündigt.

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