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Nach Prügelei mit Dominic Heinzl: Diversion für Sido fix

Keine strafrechtlichen Folgen für Rüpel-Rapper und ORF-Juror, wenn er in nächsten zwei Jahren brav bleibt

Rechtzeitig vor dem Finale der aktuellen Staffel der ORF-Castingshow "Die große Chance" am heutigen Freitagabend steht endgültig fest, dass der deutsche Rüpel-Rapper und "Große Chance"-Juror Sido nach seiner handgreiflichen Auseinandersetzung mit dem Society-Reporter Dominic Heinzl keine strafrechtlichen Folgen zu befürchten hat. Die Sache ist vor wenigen Tagen diversionell erledigt worden, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, am Freitag.

Die Anklagebehörde hatte Paul Würdig, wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, ein Diversionsangebot unterbreitet, das dieser praktisch nicht ausschlagen konnte. Gegen seine Zusicherung, sich in den kommenden zwei Jahren wohlzuverhalten, war die Staatsanwaltschaft bereit, von der Strafverfolgung Sidos vorläufig zurückzutreten. An weitere Bedingungen - etwa eine Geldbuße oder das Erbringen gemeinnütziger Leistungen - war das Offert nicht gebunden.

Anfang der abgelaufenen Woche war der Deal, den das Justizministerium genehmigt hatte, unter Dach und Fach. "Das Opfer ist bereits verständigt worden", stellte Behördensprecher Vecsey fest. Die Staatsanwaltschaft wird in zwei Jahren überprüfen, ob Sido brav geblieben ist und in der Zwischenzeit keine weiteren Anzeigen gegen ihn eingegangen sind. Sollte es hierzulande zu keinen Gewalttätigkeiten oder sonstigen strafrechtlich relevanten Eskapaden gekommen sein, wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Die Hintergründe:

Sido war am 19. Oktober 2012 auf dem Küniglberg nach einer ausgestrahlten "Die Große Chance"-Sendung mit dem auf Interview-Fang befindlichen Heinzl in Streit geraten. Angeblich soll es bereits während der Live-Sendung zu wechselseitigen Provokationen gekommen sein. Dominic Heinzl behauptete später, sein Kontrahent habe ihm einen Schlag angekündigt, "dass sich dein Gesicht drei Mal im Kreis dreht".

Wie mehrere Videos belegten, wurde Sido am Ende des verbalen Disputs tätlich. Seine Hand ging Richtung Heinzls Kopf, der - wie ein gerichtsmedizinisches Gutachten in einem von Heinzl angestrengten Medienverfahren ergab - einen mittelkräftigen Schlag kassierte und nach zwei tapsenden Schritten zu Boden ging.

War Sido vom ORF unmittelbar danach zunächst als Juror der "Großen Chance" abgezogen worden, holte ihn TV-Direktorin Kathrin Zechner dann doch wieder ins Boot, nachdem er öffentlich und vor laufenden Kameras jeder Form von Gewalt abgeschworen hatte. Zechner bescheinigte dem Rapper "ehrliche Reue". Während dieser weiter über den Bildschirm flimmerte, wurde Dominic Heinzls ORF-Society-Format "Chili" Ende 2012 eingestellt.

Völlig gewaltfrei dürfte Sido seither allerdings nicht gelebt haben: Vor wenigen Wochen wurde gegen ihn beim Berliner Landgericht eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung eingebracht. Er soll Ende April 2013 in einem Berliner Club mit einer Wodka-Flasche auf einen Mann eingeschlagen und diesen am Kopf verletzt haben.

(APA)
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