Nach kronehit-Klage: ORF und RMS stärken Radi...
 
Nach kronehit-Klage

ORF und RMS stärken Radiotest den Rücken

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Die beiden weiteren Auftraggeber neben kronehit, das das durchführende Institut GfK klagt, sprechen sich gegenüber HORIZONT klar für den Radiotest aus. Weiterentwicklungen des Radiotests stehen bereits im Raum.

Hinter den Kulissen hat die Nachricht über die Klage von kronehit gegen die GfK für einiges an Aufregung gesorgt. Der ORF sowie Privatradio-Vermarkter RMS Austria, neben kronehit Auftraggeber der Gattungsstudie, stellen sich auf HORIZONT-Anfrage jedenfalls klar hinter den Radiotest. ORF-Radiodirektorin Monika Eigensperger sieht diesen als "bewährtes Marktforschungs-Instrument", das internationalen Standards der Radioforschung entspreche. "Er wird von den österreichischen Marktteilnehmern gemeinsam in Auftrag gegeben und auch gemeinsam kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. Der ORF wird diesen konsensualen Weg im Sinne des Mediums Radio fortsetzen", so Eigensperger.

Joachim Feher, Geschäftsführer der RMS Austria, betont den vorherrschenden Konsens als auch die Qualitätsmaßnahmen, die man gemeinsam getroffen habe: So ist im Radiotest seit vielen Jahren eine technische Kommission installiert, in der Vertreter aller Auftraggeber – ORF, ORF-Enterprise, RMS und Kronehit – "permanent für Kontrolle der durchführenden Institute und Weiterentwicklung sorgen".

Feher verweist auch auf die Trennung von erhebendem und auswertendem Institut als Qualitätssicherungsmaßnahme, die seit 2018 implementiert ist. "Aktuell wurde der Radiotest-Vertrag mit der GfK als Feldinstitut und Ankordata als Auswertungsinstitut um ein Jahr verlängert, übrigens von kronehit mitunterzeichnet, in dem neue Optimierungen, beispielsweise detaillierte Ausschöpfungsvorgaben, integriert sind."

Bereits jetzt würden ORF und Privatradios konstruktiv an einem zukunftssicheren Radiotest für 2022 und die Folgejahre arbeiten. kronehit, in Person von Geschäftsführer Ernst Swoboda, hatte unter anderem die Telefonumfragen respektive deren Durchführung und Aussagekraft kritisiert und die Integration von Onlineerhebungen gefordert. Feher, Mitglied der EGTA (eine Interessensvertretung für TV- und Radiovermarkter), stehe im laufenden Austausch mit Radiovermarktern weltweit. "Bei allen Herausforderungen, die Marktforschung heute, und im speziellen Telefonumfragen haben, ist CATI aktuell in der Mehrheit der Länder der Standard", verweist er auf Computer Assisted Telefon Interviews, wie sie auch der Radiotest einsetzt.

Pilotversuche mit paralleler Onlineerhebung

Feher sieht es als kein Geheimnis an, dass generell die Auskunftsbereitschaft der Personen in der Marktforschung sinke, "bei Telefonumfragen kommt noch steigender Aufwand hinzu, da kein kompletter Telefonnummernpool vorliegt und Österreich ein Handyland ist. Deshalb gab und gibt es seit Jahren fortlaufende Weiterentwicklungen im Radiotest."

Seit Mitte 2019 wurden laut Feher parallel zum Radiotest Pilotuntersuchungen mit Onlineerhebungen durchgeführt. "Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend und eine möglichst schnelle Integration von Online-Interviews als Ergänzung zu Telefoninterviews ist auf jeden Fall aus Sicht der Privatradios wünschenswert", stützt Feher auch eine Forderung Swobodas.
 
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