Musikstreaming wächst auf 68,9 Millionen Euro
 

Musikstreaming wächst auf 68,9 Millionen Euro

Verband der Österreichischen Musikwirtschaft
2019 wurden 166 Millionen Euro am österreichischen Musikmarkt erwirtschaftet.
2019 wurden 166 Millionen Euro am österreichischen Musikmarkt erwirtschaftet.

Österreichischer Musikmarkt wächst zum dritten Mal in Folge.

Der heimische Musikmarkt ist weiter im Aufschwung: 166 Millionen Euro wurden 2019 erwirtschaftet, ein Plus von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wächst der Musikmarkt zum dritten Mal in Folge und verzeichnet den größten Umsatzzuwachs seit 26 Jahren. Das teilte der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (ifpi) am Dienstag mit. Zur Erinnerung: Im Jahr 2000 betrug der Umsatz noch 314 Millionen Euro.

Nachdem der digitale Markt sein physisches Pendant im vergangenen Jahr erstmals überholte, setzte es 2019 seinen Siegeszug fort. Der Wachstumstreiber hat innerhalb von drei Jahren seinen Umsatz mehr als verdoppelt. "Jeder zweite Euro wird inzwischen durch das Streaming erwirtschaftet", hob Cornelius Ballin, General Manager Universal Music Austria hervor. Dabei gebe es in Österreich im Vergleich zu den skandinavischen Ländern "noch Luft nach oben". Mit den Online-Musik Angeboten Streaming und Downloads wurde ein Umsatz von 77,5 Millionen Euro generiert. Das bedeutet ein Plus von 24 Prozent gegenüber 2018. Die physischen Tonträger CDs, Vinyl-Schallplatten und Musik-DVDs kommen auf 50,6 Millionen Euro, ein Rückgang von 7,8 Prozent. Rund 340.000 Schallplatten gingen 2019 über die Ladentische. Die Lizenzeinnahmen der Verwertungsgesellschaft LSG sind auf 31,5 Millionen Euro gestiegen, ein Plus von 7,1 Prozent. Als Treuhänderin vertritt die LSG aktuell mehr als 18.000 Interpreten von Studiomusikern bis zu den großen Orchestern und über 5.000 Labels, von kleinen Independents bis zu den internationalen Unterhaltungskonzernen. Weitere rund sechs Millionen steuerten die Umsätze mit Merchandising-Produkten sowie die Lizenzierung von Musik für Filme oder Werbung (Synch-Rechte) zum Gesamtumsatz bei.

Faire rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gefordert

Dietmar Lienbacher, Managing Director Sony Music Austria und Präsident des Verbandes der österreichischen Musikwirtschaft erklärt: "Der österreichische Musikmarkt verzeichnet das dritte Umsatzplus in Folge, mit einer Wachstumsrate, die wir nur aus den 90er Jahren kennen. Wir werden weiter konsequent auf Innovation und Künstler-Aufbau setzen und können oprimistisch in die Zukunft blicken". Franz Pleterski, General Manager Warner Music Austria hob hervor: "Die Nutzung der digitalen Angebote hat den Musikkonsum auf ein neues Niveau gehoben. Dabei sind die Nutzergewohnheiten durchaus differenziert: Während aktuelle Rap-, Pop- und Electronic/Dance-Songs und immer öfter auch komplette Alben dieser Genres über Streaming-Dienste konsumiert werden, bevorzugen Schlager-, Volksmusik- und Rockfans sowie Klassik-Liebhaber eher noch physische Tonträger".

Bezogen auf die Kernbereiche des Musikmarktes sorgen Streaming-Abos mit einem Anteil von 54 Prozent bereits für mehr als die Hälfte der Einnahmen. In Summe wurden im Vorjahr in Österreich rund 7,8 Milliarden Songs gestreamt, eine Steigerung von 42 Prozent gegenüber 2018. Das sind, so Franz Medwenitsch, Geschäftsführer von ifpi, cirka 1.000 Streams pro Kopf und pro Jahr. Downloads tragen mit 8,6 Millionen Euro zum Gesamtumsatz bei, Klingeltöne kommen auf 0,4 Millionen Euro. Damit sich die erfreuliche Entwicklung fortsetzen könne, bedürfe es "fairer rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für die Musikwirtschaft", so Medwenitsch. "Aktuell gilt es, die von der EU beschlossene Copyright-Richtlinie, das heißt die Anpassung des Urheberrechts an die Heruasforderungen der Digitalisierung, in Österreich korrekt umzusetzen. Ziel der Richtlinie ist es, das kulturelle Ökosystem Europas gegenüber den mächtigen Internet-Plattformen wie YouTube, Facebook & Co wirksam zu stärken. Denn ein großer Teil der im Internet genutzten Musik wird nach wie vor entweder gar nicht oder nicht fair vergütet".

Die 10er Jahre Charts: Helene Fischer und Andreas Gabalier triumphieren

Ein abschließender Blick zurück auf die erfolgreichsten Songs und Alben der letzten zehn Jahre spiegelt die Entwicklungen der Musikbranche wider: Bei den Songs behaupten sich überwiegend aktuelle - größtenteils über Streaming-Dienste konsumierte - Titel. Die Album Charts hingegen zeigen eine deutliche Dominanz des Schlagers. Gleich sieben von zehn der erfolgreichsten Alben des letzten Jahrzehnts sind Schlager-Alben. Dabei triumphieren Helene Fischer mit vier und Andreas Gabalier mit drei Alben unter den Top 10.

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