Murdochs News Corp übernimmt Dow Jones
 

Murdochs News Corp übernimmt Dow Jones

Der australische Medienmogul bezahlt für den Medienkonzern rund fünf Milliarden Dollar.

Nach drei Monate langen harten Verhandlungen hat der australische Medienmogul Rupert Murdoch sein Ziel erreicht: Murdoch übernimmt den US-Medienkonzern Dow Jones. Dow Jones akzeptierte das Angebot von Murdochs Mediengruppe News Corp in Höhe von fünf Milliarden Dollar (rund 3,7 Milliarden Euro).

Murdoch bot seit Anfang Mai 60 Dollar je Aktie - ein attraktiver Preis, der mehr als 60 Prozent über dem Börsenkurs des Vormonats lag. Dennoch waren einige Mitglieder der Bancroft-Familie, die über 64,2 Prozent der Stimmrechte verfügt, zunächst gegen die Übernahme - vor allem aus Angst um die redaktionelle Unabhängigkeit des "Wall Street Journals". Der Konservative Murdoch steht im Ruf, die Medien in seinem Eigentum auch inhaltlich beeinflussen zu wollen. Rund 200 Journalisten hatten gegen den Verkauf protestiert.



Murdoch versuchte, die Bedenken zu zerstreuen, indem er ein redaktionelles Aufsichtsgremium versprach. Er kündigte zudem an, das renommierte Wirtschaftsblatt möglicherweise um vier zusätzliche Nachrichtenseiten zu erweitern.

"Einerseits ist es ziemlich traurig, doch andererseits war es das einzig Vernünftige, das wir tun konnten", sagte Chelberg. Dow Jones sei nun mit mehr Geld ausgestattet und könne sich weltweit besser präsentieren. Murdoch, dem bereits die "New York Times" gehört, hat über Jahrzehnte ein weltumspannendes Medienimperium aufgebaut.

Außer News Corp hatten sich auch noch andere Interessenten um den Dow-Jones-Konzern bemüht, unter ihnen der Internet-Unternehmer Brad Greenspan. Zu der Gruppe gehören neben dem "Wall Street Journal" unter anderem die Wirtschaftswochenzeitung "Barron's" und die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires.



Mit der Übernahme steigt Murdoch hinter Thomson-Reuters und Bloomberg zu einem führenden Finanzdienstleister auf. Sie erleichtert dem Medienmilliardär zudem den Start seines Wirtschafts-Fernsehprogramms Fox Business, das am 15. Oktober an den Start gehen und dem Sender CNBC Konkurrenz machen soll.

Die Übernahme muss noch von der US-Aufsichtsbehörde abgesegnet werden. Murdoch sieht darin jedoch kein Problem. Nach Angaben des "Wall Street Journals" könnte der Deal bis Ende des Jahres perfekt gemacht werden.

(max)

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