MultiText: RTR bemängelt Vorgehen des ORF
 

MultiText: RTR bemängelt Vorgehen des ORF

Grinschgl: „Zeitpunkt und Informationspolitik wenig konsumentenfreundlich“

Wie berichtet wird der ORF im Juni seinen im Zuge der Einführung des digitalen Antennenfernsehens gestarteten digitalen Datendienst namens MultiText einstellen. Nun meldet sich die RTR-GmbH zu Wort - der Dienst wurde aus Mitteln des bei der RTR angesiedelten Digitalisierungsfonds kofinanziert. RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl kritisiert: „Der Zeitpunkt für diese Maßnahme ist aus unserer Sicht und im Hinblick auf die Konsumenten übereilt gewählt und wurde nicht kommuniziert. Über eine solche Entscheidung sollte der ORF die Konsumenten rechtzeitig informieren. Dies ist nicht geschehen.“

Grinschgl zeigt jedoch grundsätzlich Verständnis für die Entscheidung des ORF: „Mit HbbTV steht heute eine effizientere und wohl auch in Europa breit unterstützte Technologie zur Verfügung, um Text- oder Videoinhalte auf Abruf aus dem Internet auf den Fernsehschirm zu bringen. Wir begrüßen es daher durchaus, dass der ORF nun Angebote auf Basis von HbbTV entwickeln will. Es ist aber schwer zu erklären, dass der über DVB-T empfangbare MultiText aufgegeben wird, bevor die neuen Angebote verfügbar sind.“ Die HbbTV-Zusatzdienste des ORF werden für Nutzer des digitalen Antennenfernsehens voraussichtlich mit Einführung des neuen Übertragungsstandards DVB-T2 im Jahr 2012 und durch den Erwerb neuer Empfangsgeräte nutzbar sein. Dies hätte grundsätzlich dafür gesprochen, den MultiText noch für einige Zeit im ORF über DVB-T anzubieten.

 Der ORF rechtfertigt sich gegenüber der APA damit, dass das Angebot ohnehin nicht genutzt werde. Der technische Standard für den Multitext - MHP - sei überholt und finde nur in Italien noch einen breiteren Einsatz. Die durch die Einstellung des "ORF OK Multitext" auf der DVB-T Plattform gewonnene Datenrate soll zugunsten der Verbesserung der Bildqualität von ORF 2, respektive der Regionalprogramme, genutzt werden.

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