Moving Forward Round Table: Mediennutzung ver...
 
Moving Forward Round Table

Mediennutzung verändert laut Kommunikationsexperten die Wirtschaft

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Styria-Media-Group-CEO Markus Mair beim Moving Forward Round Table
Styria-Media-Group-CEO Markus Mair beim Moving Forward Round Table

Kommunikationsexperten diskutieren die Verantwortung der Medien während der COVID-19-Maßnahmen und den Einfluss der Mediennutzung auf die Wirtschaft.

„Die Mediennutzung hat einen enormen Einfluss auf die Wiederauferstehung der Wirtschaft“, leitete Josef Mantl (JMC) am Mittwochnachmittag in die Digital-Round-Table-Diskussion von „Moving Forward – Shaping the Future“ mit Richard Peer (Holding Graz), Markus Mair (Styria Media Group), Sandra Thier (diego5 studios) und Philipp Knefz (Influencer) ein. Sie widmete sich der Frage, wie die COVID-19-Maßnahmen die Mediennutzung verändert haben und welche Rückschlüsse die Wirtschaft daraus ziehen sollte.

Große Verantwortung

In der Holding Graz sind diverse systemrelevante Infrastruktur-Dienstleister wie der öffentliche Verkehr, die Wasser- und Stromversorgung, die Abfallwirtschaft, der Flughafen Graz oder Medienunternehmen vereint. Für Marketingleiter Richard Peer stellen die COVID-19-Maßnahmen den historisch größten Digitalisierungsschub dar. Er sieht eine massive Verlagerung auf den mobilen Contentkonsum, die auf das steigende Informationsbedürfnis der Bevölkerung an kommunalen Dienstleistungen zurürckzuführen ist. Die Holding Graz beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Information von Bürgern, Mitarbeitern und Medien.

„Seriöser Journalismus ist in der Ausnahmesituation besonders wichtig. Die Menschen informieren sich vorrangig über den ORF und die Printmedien und deren Digitalplattformen, die eine große Verantwortung tragen“, so Peer.

Etablierte Medienmarken haben für ihn eine Schlüsselrolle in der Information der Bürger. Zudem setzt er auf Bewegtbild und Kurzvideos, um Informationen verständlich und ansprechend zu streuen und dabei große Reichweiten zu erzielen. In der Mitarbeiterkommunikation setzt das Kommunalunternehmen auf eigene Apps und die Ausstattung aller Mitarbeiter mit Dienst-Smartphones, um auch jene Menschen zu erreichen, die aufgrund ihrer Tätigkeit nicht aus dem Homeoffice arbeiten können.

Umsatzrückgänge zwischen zehn und 50 Prozent

„Krisenzeiten sind Medienzeiten“, meint Styria-Media-Group-CEO Markus Mair.
Die Umsatzrückgänge in der Medienbranche bewegen sich zwischen zehn und 50 Prozent und verlangen nach schlagkräftigen Strategien. Im Gegensatz zu Hotellerie und Handel sind die Medien zwar nicht so stark im Tagesgeschäft betroffen, leiden jedoch unter sinkenden Werbeumsätzen. Die Journalisten stehen vor neuen Herausforderungen durch die massive Informationsflut und individuelle Standpunkte aller Stakeholder.

Die Styria Media Group ist durch ihre multinationale Aktivität mit den unterschiedlichen Richtlinien in den jeweiligen Ländern konfrontiert und konnte durch hohen Digitalisierungsgrad schnell dezentralisierte Newsrooms einrichten. Der enorme Zuwachs beim Digital-Traffic – jener der Kleinen Zeitung hat sich verdreifacht – habe das Medienunternehmen auch in technischer Hinsicht vor neue Herausforderungen gestellt.

Mair glaubt jedoch nicht daran, eine Gruppe mit 3.000 MitarbeiterInnen ausschließlich über digitale Tools führen zu können. Sie waren früher an fünf Standorten versammelt. Allein in der Styria-Zentrale in Graz arbeiten rund 1.100 Mitarbeiter, von denen nur mehr maximal 40 vor Ort anwesend sind.

"Gesellschaft ist etwas bodenständiger geworden"

„Die Mitarbeiter brauchen Transparenz und Perspektive“, so Mair. Den persönlichen Kontakt werden Videokonferenzen trotz einiger Vorteile nicht ersetzen können.
„Die COVID-19-Maßnahmen beflügeln die regionale Wertschöpfung, was langfristig zu positiven Effekten führen kann. Die Gesellschaft ist etwas bodenständiger geworden. Im Idealfall wird es bleibende Werte geben“, so Mair.

„Schneller, höher und weiter ist nicht mehr die Maxime“

Die Video-Produktionslandschaft hat es laut Sandra Thier (Diego5) „kalt erwischt“. Im Influencermarketing habe sich jedoch wenig geändert, da die Mulitplikatoren das Homeoffice gewöhnt sind. Viele Unternehmen schätzen die bereitstehenden Ressourcen für rasche Umsetzungen, wodurch sie steigende Anfragen in den letzten Wochen verzeichnen konnte.

„Die Unternehmen entwickeln eine höhere Bereitschaft, neue Wege zu gehen, um die Menschen in ihrer neuen Normalität zu erreichen“, ist Thier überzeugt. „Viele Influencer gehen mit gutem Vorbild voran.“ Auch Thier erkennt ein Umdenken in der Gesellschaft: „Schneller, höher und weiter ist nicht mehr die Maxime“.

Der Trend zu „Mobile First“ und die verstärkte Mediennutzung begünstigen das Geschäftsmodell der Influencer, meint Philipp Knefz. Bei den digitalen Multiplikatoren verortet er ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein abseits von Beauty- und Lifestyletrends. Wahrnehmung und Reichweiten seien durch die veränderte Lebenssituation gestiegen, meint der ehemalige Mister Austria. Budgets folgen der Mediennutzung jedoch nicht unmittelbar. Zahlreiche Aktivitäten wurden verschoben.
Während der Ausnahmesituation können Influencer die Beziehung mit ihren Followern jedoch intensivieren und damit an der kommerziellen Zukunft arbeiten. Content werde durch mangelnde Ressourcen einfacher und weniger professionell, dadurch aber nahbarer und relevanter, meint der Digital-Multiplikator.

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