Morawa kündigt Zeitungsverlegern
 

Morawa kündigt Zeitungsverlegern

Morawa
Mitte des Jahres könnte die Zeitungs-Zustellung durch Morawa auslaufen.
Mitte des Jahres könnte die Zeitungs-Zustellung durch Morawa auslaufen.

Zustellung an den Einzelhandel könnte auslaufen: Kosten zu hoch

Das österreichische Pressevertriebs-Unternehmen Morawa will keine Tageszeitungen mehr an den Einzelhandel zustellen. Grund sind zu hohe Kosten. Weil man mit den Verlagen in Gesprächen zu keinem Ergebnis gekommen sei, wurden alle Verträge zum 30. Juni 2016 gekündigt, bestätigt Morawa-Geschäftsführer Emmerich Selch gegenüber HORIZONT. 

"Wir untersuchen intern schon lange die wirtschaftliche Situation im Einzelhandelsvertrieb bei den Tageszeitungen", sagt Selch. Das Ergebnis: Morawa arbeite hier mit einem negativen Deckungsbeitrag. Der Rückgang der Zeitungsverkäufe habe auch zu einem Rückgang der Erlöse bei Morawa geführt. "Wenn wir keine Tageszeitungen mehr ausliefern, steht Morawa besser da." Der Magazin-Bereich ist von dem Schritt nicht betroffen.

Nun gehe es darum, Lösungen zu finden, betont Selch. Man sei weiterhin gerne dazu bereit, die Zeitungen auszuliefern. Dann allerdings zu neuen Konditionen, entweder die Erlöse steigen oder die Kosten sinken. "Man kann an allen möglichen Schrauben drehen." Über den VÖZ sollen sich die Verlage nun, sagt Selch, erst einmal darüber einigen, wie die Rahmenbedingungen in Zukunft aussehen sollen. Denkbar ist es zum Beispiel, dass die Deadlines für den Versand an den Einzelhandel nach hinten verschoben werden, oder aber die Verlage die Zustellung über den Abo-Vertrieb regeln.
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