Mit "Qualität" gegen Gratis-Inhalte
 

Mit "Qualität" gegen Gratis-Inhalte

Gasser warnt vor einer wirtschaftlich angespannten Phase und meint, man müsse die Stärken der Printmedien ausbauen. Qualität, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit seien die großen Differenzierungsmerkmale gegenüber den Gratis-Angeboten in Print und Digital.

Für die angesagte Wirtschaftskrise fühlen sich die Zeitungsverleger gewappnet, wie Hans Gasser, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und Gastgeber des diesjährigen Weltzeitungskongresses erklärt: „Zeitungen geht es besser als in den Jahren der letzten Krise. Die meisten haben ihre Hausaufgaben gemacht und gelernt, mit dem schwierigeren Marktumfeld umzugehen. Viele Medienhäuser sind sehr gut unterwegs, auch in Österreich. Das ist die gute Botschaft.“

"Müssen jetzt vorsichtiger sein"

International gebe es freilich unterschiedliche Rahmenbedingungen. „In Indien, China oder Südamerika brummt die Konjunktur auch im Zeitungsgeschäft, in den USA oder Westeuropa ist das nicht so der Fall.“ Die nächste wirtschaftlich angespannte Phase liege vor den Medienhäusern, das Anzeigengeschäft sei durch die schlechten Konjunkturprognosen in Gefahr. „Deshalb müssen wir jetzt vorsichtiger sein“, sagt Gasser. Vorerst sei nichts von Anzeigenrückgängen zu bemerken. „Wir müssen mit Augenmaß und einer gewissen Gelassenheit auf unsere Stärken schauen, und die Printmedien haben große Stärken. Die gilt es auszubauen, darauf müssen wir uns konzentrieren und nicht darauf, wie die Maus vor der Schlange Angst vor der Krise zu haben.“

Lesereinnahmen wurden als "gottgegeben" betrachtet

Eine dieser Stärken sei die "Qualität" von Printmedien. "Es muss uns bewusst werden, dass der Qualitätsanspruch der publizistischen Leistung Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir zwischen 30 und 50 Prozent unserer Einnahmen von den Lesern bekommen. Das wurde in den vergangenen Jahren als gottgegeben betrachtet. Inzwischen gibt es so viel kostenlosen Inhalt, der digital verfügbar ist, dass sich für Zeitungen, die von ihren Lesern Geld verlangen, die Frage stellt, wie unterscheidet sich mein Inhalt von Gratis-Inhalten.“ Dabei zeige sich schnell, dass es um Qualität, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit gehe und das seien die Differenzierungsmerkmale gegenüber den großen Gratis-Angeboten in Print und Digital. Laut Gasser setzen sich viele Zeitungshäuser bereits intensiv mit diesem Thema auseinander. "Wir sichern damit auch unsere Existenz ab."

Mobile Plattformen "werden Branche nicht retten"

Ähnlich wesentlich ist laut Gasser die Weiterentwicklung digitaler Plattformen in Ergänzung zu den Print-Standbeinen: „iPad und Tablets werden die Branche nicht retten, aber sie helfen uns beim Thema 'Paid Content', weil Konsumenten es gewohnt sind, dass auf diesen Plattformen für Inhalte bezahlt wird.“

(Quelle: APA)
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