Mit Elan gegen Reformwiderstand
 

Mit Elan gegen Reformwiderstand

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Wenn Politiker aus dem Aktivleben ausscheiden, schreiben sie oft Bücher. Damit muss man rechnen. Die meisten rechnen ab. Hannes Farnleitner, Wirtschaftsminister von 1996 bis 2000, packt aus.

Wenn Politiker aus dem Aktivleben ausscheiden, schreiben sie oft Bücher. Damit muss man rechnen. Die meisten rechnen ab. Hannes Farnleitner, Wirtschaftsminister von 1996 bis 2000, packt aus. Sein Wissen, seinen ökonomischen Erfahrungsfundus, die brisanten Wirtschaftsfälle zur Jahrtausendwende. Der Bogen reicht vom Verkauf der CA, der beinahe zum Zerbrechen der großen Koalition geführt hätte, über die nicht minder umstrittene Billa-Rewe-Meinl-Transaktion bis zur stets bekämpften Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und der Nahversorgungsproblematik. Früher sprach man von Reformstau, heute europaweit von Reformnotwendigkeit bei beachtlichem Reformwiderstand. Glasklar, pointiert, nicht selten mit dem hintergründigen Humor des über den Details stehenden Generalisten analysiert Farnleitner die österreichische Seele in oeconomicis. Reformwiderstände werden ebenso ausgemacht wie Präsidiums-Chaoten und jene Medienverantwortlichen, die ihm gelegentlich eine "Mesalliance im Verhältnis zu den Medien" bescherten. Ein durchaus spannend geschriebenes Buch.

Hannes Farnleitner, Reformfreude lohnt sich – Verantwortung für Österreich, MMC Verlag, Wien 2003, 285 Seiten, 24 Euro, ISBN 3-9501740-0-1

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