Misstrauen am Verhandlungstisch der Drucker
 

Misstrauen am Verhandlungstisch der Drucker

Die gestern einberufenen Betriebsversammlungen der Drucker hätten keine Verzögerungen verursacht, sagt die Gewerkschaft. Morgen ist ein Gespräch mit den Arbeitgebern geplant.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) hat gestern in einer Aussendung weitreichende Betriebsversammlungen in den österreichischen Druckereien und damit einhergehende Verzögerungen in der Produktion angekündigt. Es sei zu Betriebsversammlungen gekommen, bestätigt GPA-djp-Pressesprecher Martin Panholzer gegenüber HORIZONT Online. Diese hätten jedoch keine wesentlichen Verzögerungen und Stehzeiten nach sich gezogen.



Michael Hochenegg, Präsident des Verbandes Druck & Medientechnik, zeigt sich erbost über die Vorgehensweise der Arbeitnehmervertreter: "Ein Schaden durch die gestrigen Kampfmaßnahmen der Gewerkschaftsvertreter ist derzeit nicht quantifizierbar aber die über die Presse angekündigten Androhungen von österreichweiten Stehungen in den Betrieben führen letztlich zu großen wirtschaftlichen Schäden."


Dem Verband liege daran, die Branche "zu retten", so Hochenegg weiter, und "zu versuchen, Arbeitsplätze zu sichern". Mit den Arbeitnehmervertretern hätte man daher die Abmachung getroffen, während der laufenden Kollektivvertragsverhandlungen keine Maßnahmen zu setzen. "Offenbar legen es jedoch einige Hardliner in der Gewerkschaft darauf an, die Verhandlungen zu torpedieren", so Hochenegg. Morgen wollen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu neuerlichen Gesprächen treffen. Diese stehen angesichts der angespannten Lage aber unter keinem guten Stern.
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