Milliarden-Verkauf von Springer Science läuft...
 

Milliarden-Verkauf von Springer Science läuft an

Startschuss für Veräußerung des weltweit zweitgrößten Wissenschaftsverlags soll nächste Woche fallen

Der Startschuss für den Milliarden-Verkauf von Springer Science & Business Media fällt Insidern zufolge nächste Woche. Ab dann erhielten Interessenten für den weltweit zweitgrößten Wissenschaftsverlag Info-Unterlagen über den Verkauf, sagten zwei mit dem Prozess vertraute Personen am Mittwoch zu Reuters. Parallel dazu liefen die Arbeiten für einen Börsengang, der Anfang des zweiten Quartals 2013 über die Bühne gehen könnte. "Eine Erstnotiz an der Börse (IPO) bleibt die bevorzugte Option", sagte einer der Insider. Organisiert wird der IPO von den US-Instituten Goldman Sachs und JP Morgan. Jüngst kam noch die kleine Investmentbank Lilja dazu.

Springer Science gehört den beiden Finanzinvestoren EQT und GIC, die den Wert des Konzerns auf 3 bis 4 Mrd. Euro taxieren. Zum Kreis der Interessenten gehören den Insidern zufolge der britische Informationsdienstleister Informa, Marktführer Reed Elsevier, Rivale Wolters Kluwer sowie Bertelsmann. Thomas Rabe, Chef des Medienriesen ("RTL", "Gruner+Jahr"), hatte im August gesagt, dass Springer Science eine der Investitionsmöglichkeiten für sein Unternehmen wäre. Rabe sitzt im Aufsichtsrat des Verlagshauses.

Bertelsmann habe bereits signalisiert, ein Gebot abgeben zu wollen, sagten die mit dem Verkauf vertrauten Personen. Das Geschäft von Springer Science kennen die Gütersloher noch gut: Bis 2003 gehörte das Unternehmen zu Bertelsmann. Sprecher von Bertelsmann und Springer Science wollten sich dazu nicht äußern.

Darüber hinaus werfen auch Private-Equity-Firmen den Kennern zufolge ein Auge auf Springer Science. Branchenschwergewichte wie KKR, Carlyle, Providence, BC Partners und Blackstone haben die Info-Unterlagen über den Verkauf angefordert. Möglich sei auch, dass sich einer der Finanzinvestoren mit einem Medienkonzern für das Offert zusammentue - Bertelsmann habe bereits gezeigt, dass die Kombination gut funktionieren könne, sagten die Insider. KKR kaufte 2009 die Mehrheit am Musikrechte-Unternehmen BMG Rights Management, Bertelsmann hält den Rest.

EQT und GIC hatten Springer Science 2009 für 2,3 Mrd. Euro gekauft, seitdem stieg der Umsatz kontinuierlich. Im vergangenen Jahr legten die Erlöse nach Firmenangaben um zwei Prozent auf 875 Mio. Euro zu. 2.000 Zeitschriften hat der in Berlin und Luxemburg ansässige Verlag im Angebot, 7.000 neue Buchtitel kommen jedes Jahr dazu. Die Bandbreite der Themen, um die sich die über 7.000 Mitarbeiter kümmern, reicht von Architektur über Medizin bis Physik und Wirtschaft. Über 200 Nobelpreisträger haben bei Springer Science publiziert.

(APA/Reuters)
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