Microsoft betreibt nun ein bisschen Open Sour...
 

Microsoft betreibt nun ein bisschen Open Source

Unter bestimmten Bedingungen bekommen Partner und Kunden des Softwareriesen Einblick in eines der strenggehütetsten Geheimnisse – den Quellcode von Microsoft-Produkten.

"Wir sind eine Open-Source-Firme im Sinne von: Wir haben nichts zu verbergen", so der Sprecher von Microsoft Österreich Thomas Lutz über den radikalen Wandel, den der Softwareriese mit seiner "Shared Source Initiative" vollzogen hat. Dieses Modell, bei dem wichtige Partner und Kunden den geheimen Quellcode offengelegt bekommen, soll die Vorteile des Open-Source-Modells nutzen ohne dabei die Nachteile des Entfalls von Urheberrechten in Kauf nehmen zu müssen. Die Shared Source Initiative habe nichts mit dem laufenden Kartellverfahren zu tun, beteuert Lutz.


Das neue Microsoft-Modell ist mit dem Open-Source-Modell freilich nur bedingt zu vergleichen. Die Forschungseinrichtungen oder Firmen, die den Quellcode von Programmen wie WindowsXP erhalten müssen strenge Vertraulichkeitsvereinbarungen unterschreiben und dürfen den Source-Code unter keinen Umständen abändern. Durch die Offenlegung soll der Kunde vielmehr bei der Beseitigung von Fehlern unterstützt werden. Microsoft will durch die Bekanntgabe des Quellcodes auch Spekulationen entgegenwirken: Vielfach wurde behauptet, dass das Unternehmen mit amerikanischen Geheimdiensten zusammenarbeitet und ihnen den Zugriff auf geheime Daten der Kunden erlaube. Indes schätzen immer mehr öffentliche Stellen Open-Source-Produkte wie beispielsweise Linux. So erwägt der deutsche Bundestag einen Umstieg auf Open Source. Die Fraktion der deutschen Sozialdemokraten arbeitet schon seit Jahren mit Linux.

(rs)

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