„Messmethoden: Ist die analoge Befragung noch...
 

„Messmethoden: Ist die analoge Befragung noch zeitgemäß?“ #3

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"Nur analoge Befragung liefert repräsentative Ergebnisse" - Gastbeitrag von Hannes Dünser, Geschäftsführer ÖWA.

Dieser Gastbeitrag erschien bereits im bestseller 5/2016. Hier geht's zum Abo des bestsellers.

Online-Befragungen bieten einige nicht von der Hand zu weisende Vorteile: Sie können schnell und effizient durchgeführt werden, sind flexibel und vielfältig einsetzbar. In vielerlei Hinsicht sind sie das ideale Mittel der Wahl um Antworten auf drängende Fragen zu finden und gelten als „state oft he art“. Allerdings haben sie auch einen nicht unwesentlichen Haken: Es können – je nach Fragestellung – nicht alle Lebensbereiche gleichermaßen repräsentativ abgedeckt werden.

Noch immer sind nicht alle Personen über das Internet gleichermaßen gut erreichbar. Zum einen fehlt ein Teil der älteren Bevölkerung, die den Weg ins Internet nicht mehr gefunden hat bzw. das Internet nur punktuell nutzt. Zum anderen sind vor allem die sehr jungen Leute immer schwerer über stationäre Endgeräte erreichbar. Und es steht auf Grund der geringen Größe der Smartpone-Screens außer Zweifel, dass vor allem ausführlichere Befragungen auf mobilen Endgeräten nur bedingt einsetzbar sind.

An dieser Stelle kommt wieder die altbewährte analoge Befragung ins Spiel, unabhängig davon ob sie face to face oder am Telefon durchgeführt wird. Denn nach wir vor sind zusätzlich zu Panellösungen nur analoge Befragungen in der Lage durchgängig bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zu liefern.

Und so kommt es, dass z.B. auch in der Online-Studie ÖWA Plus nur mittels der telefonischen Befragung im Rahmen des verwendeten Methoden-Mix für alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen aussagekräftige Aussagen getroffen werden können. Und was für Onlinestudien gilt, gilt in vielleicht noch größerem Ausmaß auch für andere Mediengattungen bzw. andere Bereiche außerhalb der Medienwelt.

Ob als eigenständige Studie oder als Teil einer Multimethodenstudie: Die analoge Befragung hat als wesentliches Befragungsinstrument nach wie vor noch lange nicht ausgedient. Es gilt jedenfalls je nach Fragestellung weiterhin genau abzuwägen, welche Methode jeweils am adäquatesten ist.

Am Dienstag, 15. November, lesen Sie die Meinung von Helmut Hanusch, Generalbevollmächtigter Verlagsgruppe News GmbH.

[Hannes Dünser]
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