"Menschen werden immer audiovisueller"
 

"Menschen werden immer audiovisueller"

Johannes Brunnbauer
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Brunnbauer
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Brunnbauer

„Bewegtbild-Boom ohne Ende?“ diskutieren Ina Bauer, Oliver Böhm, Peter Christmann, Michael Stix und Walter Zinggl

Der Vermarktergipfel bildet den Abschluss des ersten Tages der Medientag und vereint dafür in alljährlicher Manier führende Vertreter von Vermarktern und private wie öffentlich-rechtliche Medien am Panel.

„Menschen werden immer audiovisueller“, stellt Peter Christmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Goldbach Germany, fest. Dieser Erkenntnis folgend will „Goldbach Audience“ vor allem medienunabhängig sein, denn „überall wo es einen Bildschirm ist für uns ein relevanter Konsument“, sagt Christmann, der im stark wachsenden audiovisuellen Markt mitschwimmt. Für Ina Bauer, ATV-Sales-Chefin setzt man bei der Vermarktung vor allem auf regionale Relevanz, Wendigkeit und Serviceorientierung, bei der auch Inhalte, die mit Kunden kreativ erarbeitet werden, gut ankommen.

Rosige Zukunft ist Programm

Der Fernsehmarktanteil ist von 24 auf 28 Prozent gestiegen. An eine weitere Steigerung glaubt Walter Zinggl, Geschäftsführer der IP-Österreich. Auch die öffentlich-rechtlichen Medien sehen die Zukunft des Bewegtbildes rosa-rot. Oliver Böhm, CEO der ORF-Enterprise erkennt die positive Stimmung alleine schon an der Titelgebung des Panels, das vor einem Jahr noch „ Bewegtbildboom oder Blase“ hieß und nun als „Bewegtbild-Boom ohne Ende“ auf dem Programm steht. Die positive Entwicklung macht er unter anderem an dem Plus bei Werbespendings fest. 

In dieselbe Kerbe schlägt auch Michael Stix, Teil der Geschäftsleitung ProSieben Sat.1 PULS 4, der sich wünscht, dass Vorredner Hans Mahr nie wieder das Fernsehen totsagt. „Die Nachfrage nach Videowerbung ist größer als das Angebot“, beobachtet Stix und spürt ein starkes Drängen in Richtung Bewegtbild – auch bei den 12-29 Jährigen.

Webgiganten die Stirn bieten

Ein gemeinsamer Feind, mit dem alle auf den Panel kämpfen, sind die internationalen Webgiganten, die mit kopierten Inhalten Werbegelder abziehen und so die Wertschöpfung gefährden. Das Panel ist sich aber einig, dass man als geschlossenes Ökosystem die Hoheit über Inhalte behalten kann und wenn es eine rechtliche Überschreitung gibt, man sich durchaus wehren kann und muss, denn „urheberrechtlich nicht freigegebene Inhalte dürfen ohne Zustimmung nicht vermarktet werden“, sagt Michael Stix, der mit einer Klage gegen youtube aktiv gegen die US-Giganten Taten gesetzt hat. Gleichzeitig fährt SevenOneMedia eine „frenemy"-Strategie und vermarktet seine Web-Stars auf youtube.

"Spiel wird auf Datenbasis beschlossen"

Als alternative Strategie rät Christmann Datenallianzen zu gründen, um gegen die internationalen Playern, wie das „Google-Datenhaus“ stand zu halten. Das „Spiel auf Datenbasis beschlossen“, beobachtet Christmann und führt dabei Initiativen aus Deutschland an, die dies mit Datenpools vorgemacht haben. Oliver Böhm sieht den Siegeszug von youtube kritisch und gibt zu bedenken, dass das Fernsehen im Vergleich zu youtube gesicherte Daten liefert.

Im Kampf gegen die Giganten, sagt Ina Bauer muss man sich auf neue Trends fokussieren, denn „neue Technologien bringen viele Vorteile, zielgruppengerechte und regionale Werbung auszuspielen.“ Neben Harmonie und Kampfesgeist, ist dem Panel der Glaube an die Gattung Fernsehen geblieben und der Wunsch, dass der Markt weiterhin stetig wächst.

[Claudia Tschabuschnig]
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Brunnbauer
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