,Mehr Stolz, bitte‘
 

,Mehr Stolz, bitte‘

ATV-Geschäftsführer Martin Gastinger im Interview

Der Medien-Zukunftspreis ist eine Initiative des Manstein Verlages. Begleitet wird sie vom Zukunftsforum, dessen Teilnehmer in dieser Interviewserie zu Zukunftsthemen der Branche zu Wort kommen.

HORIZONT: Die Medienwelt ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen.  Was brauchen Medienmacher heute mehr denn je, um auch in Zukunft ­erfolgreich zu sein?

Martin Gastinger: Wir brauchen viel mehr Mut und Optimismus, viele von uns haben Angst, irgendetwas falsch zu machen und probieren nichts aus. Medienmacher müssen Visionäre sein und manchmal auch unbequem.

HORIZONT: Und wie lautet hier Ihr persönlicher Befund? Ist davon ausreichend vorhanden?

Gastinger: Österreich und vor allem österreichische Medienmacher und Medienjournalisten haben den Hang, alles hierzulande schlecht zu finden oder schlecht zu reden. Wir könnten uns ruhig mehr über unsere Erfolge und Entwicklungen freuen und dürften auch ruhig etwas mehr Stolz und Selbstbewusstsein haben.

HORIZONT: Innovation wird oft nur als Optimierung des Althergebrachten missverstanden. Wie definieren Sie ­persönlich Innovation, insbesondere bei Medien?

Gastinger: Für mich persönlich gibt es ständig Neues zu entdecken. Und auch wenn viele meinen, dass alles im Fernsehen irgendwann schon mal da gewesen ist, dann mag das für bestimmte Sendungen gelten, aber sonst finde ich, dass wir es hier immer wieder mit neuen Überraschungen zu tun haben.

HORIZONT: Innovation braucht auch Raum zur Entwicklung. Für welche ­regulatorischen Rahmenbedingungen und gesetzlichen Initiativen plädieren Sie im Sinne der Medienzukunft?

Gastinger: Ideen zu haben und Neues zu entwickeln, unterliegt ja keinen ­regulatorischen Bedingungen, und das sollte sich auch nicht ändern. Ich sehe der Medienzukunft weiterhin voll Spannung entgegen.

HORIZONT: Die Zukunft der Medien hängt sehr stark auch vom kreativen Nachwuchs ab. Wie kann es Medienunternehmen gelingen, kreatives Talent für sich zu begeistern?

Gastinger: In jeder Firma gibt es genug kreative Köpfe. Man muss nur ihr Potenzial erkennen und sie entsprechend fördern. Dann werden diese Mitarbeiter auch gerne beim Unternehmen und in der Branche bleiben.

HORIZONT: Im Gefüge aus Auftrag­geber, Agentur und Medium geht es vielfach nur mehr um die günstigsten Konditionen. Wie lassen sich qualitative Gesichtspunkte in der Mediaplanung in den Fokus rücken?

Gastinger: Wir setzen bei ATV im Verkauf auf Flexibilität und Verlässlichkeit. Gerade wenn man nicht mit billiger ­Fläche punkten kann, muss man Professionalität und im Falle von ATV den besonderen österreichischen Content in die Waagschale legen. Ein Spot im Umfeld von einer unserer österreichischen Eigenproduktionen wirkt auf den Kunden auch einfach viel näher und besser als in einem deutschen Werbefenster.

HORIZONT: Welche internationalen Medienunternehmen und/oder -projekte sind für Sie persönlich zukunfts­weisend? 

Gastinger: Ich halte die Branche grundsätzlich für zukunftsweisend. Ich war vor einigen Wochen bei der Messe in Cannes – alleine dort finden sie ­Dutzende zukunftsweisende Unternehmen und Projekte. Wir dürfen uns glücklich schätzen, uns in einem so ­dynamischen Umfeld bewegen zu können.

HORIZONT: Was kann eine Initiative wie der Medien-Zukunftspreis tatsächlich für einen Beitrag für die gesamte Branche leisten?

Gastinger: Viele neue Ideen, viele neue Gesichter, viele neue spannende Entwicklungen. Ich halte den Preis für eine wirklich gute Sache für die Branche und bedanke mich dafür bei den Initiatoren!

HORIZONT: Wie definieren Sie die Zukunftsvision für ATV?

Gastinger: Unsere Zukunftsvision muss sein, dass unser Programm Spaß macht und Unterhaltung von bester und einzigartiger Qualität auch ­zukünftig bietet!

Die gesamte HORIZONT-Interviewserie mit Mitgliedern des Zukunftsforums finden Sie hier - sie wird laufend erweitert.
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