Mehr Platz: 'Kurier' startet Portal für Mensc...
 
Mehr Platz

'Kurier' startet Portal für Menschen mit Migrationshintergrund

KURIER / Gilbert Novy
Mirad Odobašić, Naz Küçüktekin und Philipp Wilhelmer (v.l)
Mirad Odobašić, Naz Küçüktekin und Philipp Wilhelmer (v.l)

Auf mehrplatz.kurier.at will sich der 'Kurier' mit den Themenwelten migrantischer Communities auseinandersetzen sowie Chancen und Probleme beleuchten und Informationen und Einblicke bieten.

Die Redaktion besteht aus Mirad Odobašić und Naz Küçüktekin. Odobašić ist seit 2007 im Kurier und hat vor seinem Einstieg in das Projekt in der Sportredaktion gearbeitet, in der er die Online-Berichterstattung aufbaute. Küçüktekin ist seit 2018 als Journalistin tätig. Nach Stationen in der BZ und bei "Biber" arbeitete sie zuletzt für profilmehrplatz.kurier.at will einen thematischen Einstieg für Menschen verschiedener Migranten-Communities in die journalistische Welt des Kurier bieten, gleichzeitig soll das Portal auch eine Öffnung für künftige Mitarbeiter aus diesem Bereich signalisieren.

Außerdem soll es 
qualitätsvolle Informationen für unterschiedliche Sprachniveaus geben. Dazu soll es Serviceartikel in den Erstsprachen geben - in einem ersten Schritt sind diese in Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (B/K/S) und türkisch. In "Kurz und Verständlich" bietet die Seite einen niederschwelligen Zugang zu den Themen des Tages mit weiterführenden, tiefergehenden Links. Simple Sprache soll hier als Brücke zu komplexeren Sprachmustern dienen - Menschen werden nicht auf ein bestimmtes Niveau reduziert. "Bisher ist von den österreichischen Medien für Menschen mit Migrationshintergrund kein Angebot gekommen", sagt Naz Küçüktekin: "Die Menschen waren für die Redaktionen nicht wichtig. Sie waren halt die Kassierer und die Putzkräfte."

Die Darstellung von Migrantinnen und Migranten in den österreichischen Massenmedien sei zudem immer nur von der Problemseite aus erfolgt, sagt Mirad Odobašić: "Es gibt gewisse Communities, die werden so in diese Ecke gedrängt, dass man kaum glauben mag, dass es unter ihnen sogenannte Leuchttürme gibt." Die sogenannten "Leuchttürme" aus den Communities sollen einen Anker und Identifikationspunkt bieten. Auch diese Artikel werden in die Erstsprachen der Leserinnen und Leser übersetzt.

"Der Kurier hat hier zurecht ein Defizit erkannt. Wir haben in guter Absicht viel zu lange über die betroffenen Communities gesprochen, statt mit ihnen. Mirad Odobašić und Naz Küçüktekin sind journalistische Vollprofis mit unterschiedlichsten Erfahrungen. Dass sie authentische Erfahrungen über das Leben von Migranten in Österreich in unsere Berichterstattung und unsere täglichen redaktionellen Diskussionen einbringen, ist ein Gewinn für den Kurier. Und ein Startschuss für einen Kulturwandel, den sich die Redaktion zum Ziel gesetzt hat", sagt Philipp Wilhelmer, Kurier-Debattenchef und Medienredakteur, der für das Projekt verantwortlich ist.
stats