Medientransparenzdaten: Öffentliche Hand warb...
 
Medientransparenzdaten

Öffentliche Hand warb im 1. Quartal um rund 39,2 Millionen Euro

APA (Fohringer)
Werbeerlöse zum Teil um bis zu 80 Prozent gesunken
Werbeerlöse zum Teil um bis zu 80 Prozent gesunken

Die Werbeausgaben des Bundeskanzleramts stiegen stark an. Rund 10,6 Millionen Euro für den Boulevard.

Die öffentlichen Stellen haben im ersten Quartal 2021 rund 39,2 Millionen Euro für Werbung in Medien ausgegeben. Das geht aus den am Dienstag von der RTR veröffentlichten Medientransparenzdaten hervor. Das sind um rund 1,7 Millionen Euro weniger als im Vergleichszeitraum 2020, wobei die Bundesregierung und allen voran das Bundeskanzleramt entgegen dem Trend weit mehr inserierten. An die Boulevardmedien gingen mit 10,6 Millionen Euro mehr als ein Viertel der Werbeausgaben.

Die Bundesregierung warb um rund 13,8 Millionen Euro. Das sind in etwa 5,9 Millionen Euro mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der größte Brocken der Werbeausgaben, aber auch des Anstiegs dieser entfiel mit rund 8,9 Millionen Euro auf das Bundeskanzleramt (plus 6,2 Millionen Euro). Mit Respektabstand folgt das Finanzministerium mit rund 2 Millionen Euro, das gegenüber dem ersten Quartal 2020 rund 200.000 Euro weniger für Werbung ausgab. Das Bildungsministerium kam auf ca. 940.000 Euro, das Innenministerium auf rund 550.000 Euro.

Die Stadt Wien wendete rund 4,1 Millionen Euro auf und somit in etwa 1,1 Millionen Euro weniger als im ersten Quartal 2020. Rechnet man ihre Beteiligungen (1,1 Millionen Euro) hinzu, dann steigt der Betrag auf rund 5,2 Millionen Euro an. Die Wirtschaftskammer warb um circa 3,3 Millionen Euro, die Arbeiterkammer um in etwa 589.000 Millionen Euro. Der ORF kam auf rund 1,5 Millionen Euro Werbeausgaben.

Mehr als ein Viertel der Werbeausgaben der öffentlichen Hand gingen an Boulevardmedien samt deren Onlineportalen und Beilagen. Die Kronen Zeitung (inklusive Onlineportale, ohne Kronehit) generierte 4,7 Millionen Euro, wobei rund 2,2 Millionen Euro von der Bundesregierung und in etwa 610.000 Euro von der Stadt Wien kamen. Heute kam auf 3,1 Millionen Euro. Davon entfielen 1,4 Millionen Euro auf die Bundesregierung, rund 800.000 Euro auf die Stadt Wien. Die Mediengruppe Österreich (inklusive oe24.at) erhielt rund 2,8 Millionen Euro, wovon knapp die Hälfte (1,4 Millionen Euro) von der Bundesregierung und 465.000 Euro von der Stadt Wien kamen.

Kräftig geworben wurde auch im ORF (3,6 Millionen Euro), wenngleich um rund 500.000 Euro weniger als im ersten Quartal 2020. Auch andere Medien wie der Kurier (1,8 Millionen Euro), die Kleine Zeitung (1,5 Millionen Euro), der Standard (1,5 Millionen Euro) oder die Regionalmedien Austria (1,4 Millionen Euro) erzielten weniger Einnahmen durch Inserate der öffentlichen Hand als noch von Jänner bis März des Vorjahres. Die Werbeausgaben an internationale Plattformen stiegen dagegen weiter an. Google (inklusive Youtube) erhielt rund 1,7 Millionen Euro aus öffentlicher Hand (plus 97.000 Euro), Facebook (inklusive Instagram) rund 945.000 Euro (plus 234.000 Euro).
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