Medientage: Welche Verantwortung haben Untern...
 

Medientage: Welche Verantwortung haben Unternehmen?

Hitzige Diskussionen beim Panel "Corporate Social Responsibility-Modererscheinung oder unternehmerische Pflicht?"

"Corporate Social Responsibility - Modererscheinung oder unternehmerische Pflicht?" lautete das Thema des zweiten Panels der Österreichischen Medientage. Manstein Verlag-Herausgeberin Mag. Dagmar Lang moderierte eine hitzige Diskussion mit Vertretern von Unternehmen und NGOs: Für Univ. Prof DDr. Matthias Karmasin (Uni Klagenfurt) wird Kommunikation mit Unternehmen, "die heute ein Gravitationszentrum für moralische Anforderungen darstellen", zusehends wichtiger, da das Ausmaß der gesellschaftlichen Verantwortung für Unternehmen steige, was - verspätet - auch in Österreich begriffen werde.

Eine Kommunikationsabteilung namens "Corporate Responsibility" (CR) hat die OMV als einziges österreichisches Unternehmen installiert, die von Michaela Reeh geleitet wird und für Transparenz bei der Unternehmensführung sorgt sowie über ökologische und gesellschaftliche Anliegen des Unternehmens informiert. CR sei ein Management-und Image-Tool, das sich langfristig rechnet, nicht zuletzt, weil Ölunternehmen als "Das Böse - Wir beuten die Welt aus und verdienen Geld damit" in der Öffentlichkeit dargestellt werde. Gabriele Faber-Wiener (Ärzte ohne Grenzen) betonte, dass CSR oft auf reine Spendentätigkeit reduziert werde und ein Problem für NGOs die Tatsache sei, dass oft nicht klar sei, wer in Unternehmen welche Entscheidungen treffe. Mag. Elisabeth Mattes (mobilkom austria) begründete das Engagement der mobilkom etwa für Ärzte ohne Grenzen damit, dass der Marktführer ein Vorbild für die Wirtschaft und die Gesellschaft sein muss: "Corporate Social Responsibility ist keine PR sondern eine strategische Entscheidung".

Dr. Bernhard Drumel (Greenpeace) kritisierte die "Heuchelei", die in aufwenigen Hochglanzbroschüren großer Unternehmen kaschiert werde. Freiwillige Vereinbarungen zwischen den Unternehmen seien zu wenig, öffentlicher Druck von Medien und NGOs müssen verpflichtende Umwelt- und Sozialstandards zum Ziel haben. Dr. Madeleine Petrovic (Die Grünen) kritisierte die "undurchsichtige" Exportförderung der Regierung und forderte ein einfaches Produktlabelling, aus dem klar hervorgeht, welche Unternehmen sich ökologisch und sozial vorbildlich verhalten".

(cc)



Die Foto-Galerie zu den Medientagen gibt es unter www.onlinefoto.at.

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