Medientage 09: Tadel und Lob zur Eröffnung
 

Medientage 09: Tadel und Lob zur Eröffnung

Hans Jörgen Manstein geht es schlecht, Oliver Voigt beschwichtigt, Bundeskanzler Werner Faymann ist voller Hoffnung, Brigitte Jank mit interessanter Ankündigung.

Die 16. Österreichischen Medientage beginnen meist mit einer verbalen Ohrfeige von ÖMT-Erfinder und Verleger Hans Jörgen Manstein. Auch diesmal. In der Krise würden die Medien völlig falsch reagieren. "Was ist das für eine Medienlandschaft, in der sich der ORF-Chef tagelang feiert, weil er einen Gesellschaftsreporter von der privaten Konkurrenz abwirbt", so Manstein, der zudem die "Erbsenzählermentalität" in Verlagshäusern anprangert ebenso wie die "nicht vorhandene" Journalistenausbildung in Österreich.




Bundeskanzler Werner Faymann zeichnet da schon ein weit positiveres Bild des heimischen Journalismus, und unterstreicht die Notwendigkeit, die zuvor angesprochene Marktbereinigung zu verhindern, und zwar durchaus mit Presseförderung und Insertionen durch Steuergelder. Neben Mut und Courage der Journalisten müssen der Staat auch mithelfen, Vielfalt zu gewährleisten.




Oliver Voigt, CEO der Verlagsgruppe News glaubt sehr wohl, dass es würdige Nachfolger von Alfred Worm gäbe und betonte, dass Medienunternehmen sehr genau überlegen, wie Arbeitsplätze erhalten bleiben.




Nach emotionalen Worten der beiden Alfred-Worm-Preisträger Rainer Fleckl und Alex Vogel ("Kurier") referierte Vizebürgermeisterin Renate Brauner über die Bemühungen der Stadt Wien in Sachen Wirtschaft und Medienwirtschaft, insbesondere die 57 Millionen Euro, die in das Media Quarter St. Marx gesteckt würden. "Die Hälfte der 2000 Medienunternehmen hier wurden in den letzten zehn Jahren gegründet", betonte Brauner. WK-Wien-Präsidentin Brigitte Jank bekräftigte ihr Engagement in folgender Sache: Wenn  schon bei der Werbeabgabe (seit 1929) nichts weiter gehe, dann wolle man Anreize für höheres Werbeaufkommen schaffen, und zwar durch steuerliche Absetzbarkeit für Werbezuwächse.




Nachsatz Manstein: "Wenn dieser Vorschlag der WK Wien mit dem Ihnen Herr Bundeskanzler und der gesamten Branchen in die Tat umgesetzt wird und beim Finanzminister Gehör findet, bekommen Sie eine Krone".
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