Medienstratege für den Papst
 

Medienstratege für den Papst

TV-Reporter Burke nimmt heiklen Job auf

Seit über einem Jahrzehnt berichtet Greg Burke für den amerikanischen Nachrichtensender "Fox News" aus dem Heiligen Stuhl. Vom Tod Johannes Pauls II. bis zu den jüngsten "Vatileaks"-Skandalen: Kein Event im Vatikan ist dem 52-jährigen TV-Journalisten in den letzten Jahren entgangen, der unter anderem für die amerikanische Zeitschrift "Time" tätig war.

Doch jetzt ist es für Burke Schluss mit dem Leben als Rom-Korrespondent. Der Reporter beginnt ab Juli als Vatikan-Berater in Medienfragen. Aktuell bezieht er ein eigenes Büro im Staatssekretariat von dem aus er die Arbeit vom vatikanischen Presseamt und Staatssekretariat koordinieren wird.

Neue Kommunikationsstrategie?

Als Medienberater wird Burke eng mit dem vatikanischen Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, zusammenarbeiten. "Lombardi bleibt vatikanischer Pressesprecher, ich werde als Medienberater hinter den Kulissen arbeiten. Dasselbe geschieht heute schon im Weißen Haus. Jeder kennt Obamas Pressesprecher Jay Carney, nur wenige kennen jedoch den Kommunikationsdirektor, der die Strategie bestimmt", sagt Burke.

Seine Ernennung zum Medienberater betrachtet der US-Journalist als ein Zeichen, dass der Vatikan für mehr Transparenz in der Kommunikation sorgen will. "Die Tatsache, dass der Vatikan einen Laien gewählt hat, der zwar als Journalist viel über den Heiligen Stuhl berichtet hat, aber keine interne Erfahrung im Vatikan besitzt, bezeugt sicherlich, dass sich einiges in der Kommunikationsstrategie ändern wird", berichtet der Reporter.

Gemischte Gefühle

"Als Rom-Korrespondent war meine Arbeit überschaubar. Jetzt stelle ich mich einer neuen Herausforderung. Doch ich denke, man muss manchmal im Leben den Mut haben, unbekannte Wege zu beschreiten. Ich verlasse meinen Korrespondenten-Job mit gemischten Gefühlen: Ich bin über das Angebot natürlich sehr glücklich, andererseits wird mir der Journalismus fehlen", so Burke.

Der Journalist übernimmt seine neue Stelle in einer schwierigen Phase für den Vatikan. Über den sogenannten Skandal "Vatileaks" will Burke allerdings jetzt noch nicht allzu viel sagen. "Ich habe Rom zwei Tage nach der Verhaftung des päpstlichen Kammerdieners Paolo Gabriele verlassen und bin erst kürzlich zurückgekehrt. Daher brauche ich noch ein wenig Zeit, um den Fall zu vertiefen", so Burke.

(APA/red)
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