Medienforum: Werberat neu nicht mehr 'zahnlos...
 

Medienforum: Werberat neu nicht mehr 'zahnlos'

Unter der Leitung von Michael Straberger wurde im Rahmen der Medienmesse über Selbstregulierung in der Werbung und Werbeverbote diskutiert.

Seit rund einem Jahr wird der Österreichische Werberat neu aufgestellt und überarbeitet. Der "Werberat neu" wird nicht mehr "zahnlos" sein wie der alte, betont Werberat-Präsident Michael Straberger. Im Rahmen der von Straberger moderierten Diskussion "Die neue Werbewirklichkeit in Österreich", die heute Vormittag auf der Medienmesse über die Bühne ging, durften Branchenvertreter ihre Kommentare zum "Werberat neu", zu Werbeverboten und zur Selbstbeschränkung in der Werbung abgeben.





Hier ein Auszug:







Angelika Sery-Froschauer, Sery Creative Communications:




"Ich glaube, wir Werber sind so reif im Bewusstsein, nicht die Grenze der menschlichen Würde zu überschreiten. Die Selbstregulierung funktioniert gut wenn wir alle gemeinsam an der guten werblichen Qualität in Österreich festhalten."







Eduard Böhler, CCA:




"Wir sind nicht der natürliche Feind des Werberates - aber es gibt immer wieder Diskussionsbedarf. Der Werberat wird jetzt den nötigen Reformen unterzogen. Es gibt gewisse Hygienestandards, die es in Österreich in der Werbung einzuhalten gilt. Das muss auch für politische Werbung gelten. Ein Plakat mit dem Slogan 'Daham statt Islam' finde ich schlicht skandalös."







Peter Drössler, Fachverband Werbung und Marktkommunikation:




"Die Reform des Werberates war wichtig - die Branche ist im Werberat breiter aufgestellt. Der Informationsaustausch mit den Werbern funktioniert gut. Aber ein gesellschaftlicher Gesamtkonsens ist nichts Statisches, sondern muss laufend überarbeitet werden."







Walter Zinggl, ORF-Enterprise:




"Wenn wir nicht wollen, dass Werbeverbote vom Gesetzgeber aufoktruiert werden, muss die Selbstregulierung funktionieren. Das heißt auch, dass Sprüche des Werberates Sanktionen nach sich ziehen müssen."







Christian Stögmüller, Verband Österreichischer Privatsender (VÖP):




"Die Regulierung muss in die richtige Richtung gehen - dabei darf aber nicht die Kreativität in der Werbung eingeschränkt werden."







Gerald Grünberger, Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ):




"Meinungsfreiheit - auch in der kommerziellen Kommunikation - ist ein meritorisches Gut, das wir sowohl von Medien- als auch von Kreativseite verteidigen müssen - nicht zuletzt, um die Finanzierbarkeit unseres Mediensystems aufrecht erhalten zu können."







Eduard Böhler, CCA:




"Es ist wichtig, dass wir gesellschaftliche Realitäten in der kommerziellen Kommunikation zeigen können. Wir brauchen einen fruchtbaren Dialog mit dem Werberat, um gemeinsam Grenzen zu ziehen."







Peter Drössler, Fachverband Werbung und Marktkommunikation:




"Wir müssen die Erwartungen an den Werberat relativieren. Der Werberat kann nicht die Speerspitze der Emanzipations- oder Antidiskriminierungsbewegung in Österreich sein, sondern muss darauf achten, dass die Branche die Regeln einhält."
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