Medienenquete: Vom "Public Value" und wer für...
 

Medienenquete: Vom "Public Value" und wer für ihn zahlt

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ABD0036_20180608 - WIEN - ÖSTERREICH: (v.l.), Markus Breitenecker (ProSieben Sat1 Puls4), Rainer Nowak (Die Presse), Ladina Heimgartner (SRG), Armin Thurnher (Falter), Alexander Wrabetz (ORF) im Rahmen der Medienenquete der Bundesregierung am Freitag, 8. Juni 2018, in Wien. - FOTO: APA/HANS PUNZ - Special Instructions
ABD0036_20180608 - WIEN - ÖSTERREICH: (v.l.), Markus Breitenecker (ProSieben Sat1 Puls4), Rainer Nowak (Die Presse), Ladina Heimgartner (SRG), Armin Thurnher (Falter), Alexander Wrabetz (ORF) im Rahmen der Medienenquete der Bundesregierung am Freitag, 8. Juni 2018, in Wien. - FOTO: APA/HANS PUNZ - Special Instructions

Der Begriff "Public Value" wird häufig strapaziert, am zweiten Tag der Medienenquete widmete sich eine Podiumsdiskussion seiner Definition.

Öffentlicher Mehrwert, gesellschaftliche Leistung, Grundversorgung, öffentlich-rechtlicher Auftrag? Der Definitionsraum war weit gesteckt, und die Diskussion kam auch diesmal nicht an der Frage vorbei, woher das Geld dafür kommen soll und wer es bekommt.

Dafür, über die "Finanzierung von Public Value zu reden", plädierte gleich zum Auftakt ProSieben Sat.1-Chef Conrad Albert. Er trat in seiner Keynote für eine Förderung von Inhalten, nicht von Institutionen ein. Anders sah das Noel Curran von der European Broadcasting Union in seinem Input: Dass sich etwa in Irland nun ein TV-Sender im Eigentum eines globalen Konzerns um Gebührengelder bewerben dürfe, sei für ihn unbegreiflich.

ProSiebenSat.1Puls4-Chef Markus Breitenecker ortete derzeit einen Konsens, dass "die ORF-Gebühren nicht gesplittet werden sollen". Frisches Geld für den Mediensektor könne aber durch eine Umschichtung der Werbeerlöse des Öffentlich-rechtlichen kommen, was wiederum durch jene Gebührenteile, die derzeit an Länder und Bund gehen, refundiert werden könnte. Das Minus, das den Ländern entsteht, würde Breiteneckers Modell zufolge dann durch eine Digitalsteuer, mit der Google und Facebook zur Kasse gebeten werden soll, abgedeckt werden.

"Warum so kompliziert", konterte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit seinem Vorschlag, wonach Bund- und Länder-Gebührenanteil ebenso wie Geld von internationalen Online-Giganten in einen "nationalen Medienfonds" kommen. Wrabetz sieht sehr wohl private Begehrlichkeiten, am ORF-Gebührenkuchen mitzunaschen. Er ortet derzeit indes einen Konsens für Eingriffe in den Markt, um Europa zu bewahren. Das bedeute eben auch "eine besondere Form von Finanzierung" des Contents. Public Value steht für ihn für einen "umfassenden gesellschaftlichen Auftrag", den nur Öffentlich-rechtliche wahrnehmen könnten.

Journalismus definierte "Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak als zentral für "Public Value". Den würden aber auch andere Medien leisten, etwa Printmedien. Den Privatsendern wiederum nimmt er ihr oft demonstratives Bemühen, auf eigenen Public Value hinzuweisen, nicht ganz ab. Die Wahlberichterstattung Puls 4 etwa finde nicht primär zum Heil der Demokratie statt, es gehe vielmehr um "Geld und Quote".

"Falter"-Herausgeber Armin Thurnher findet, die Medienpolitik sollte "mehr Geld in die Hand nehmen zur Förderung von Qualität in anderen Medien". Darüber, was genau "Qualität" ist, sollte ein dreiköpfiger wissenschaftlicher Beirat für die RTR befinden.

Zu viel um Märkte und ein wenig über Menschen und Werte wird nach Ansicht von Ladina Heimgartner (SRG) diskutiert. Die Anti-Gebühren-Abstimmung habe der Schweiz gut getan, weil eine monatelange fundierte Debatte geführt wurde, berichtete sie. "Das Learning für uns war: Es ist so wichtig, dass die Menschen wissen, was überhaupt geleistet wird. Da haben wir die Aufgaben nicht gut gemacht. Es darf nie wieder passieren, dass wir einem ganzen Land erklären müssen, was wir eigentlich machen."

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