Medienenquete: "Die andere Seite" will gehört...
 

Medienenquete: "Die andere Seite" will gehört werden

Digital Hub Vienna

Auf Initiative des Digital Hub Viennas ist in zwei Diskussionsrunden das Positionspapier "die andere Seite" entstanden. Ziel ist etwa, die Wertschöpfung der Medien- und Werbebranche so weit als möglich im Land zu halten.

Die heiße Phase vor der Medienenquete nutzte nun auch der gemeinnützige Verein Digital Hub Vienna zur Übermittlung eines Positionspapiers. Am Dienstag wurde Medienminister Gernot Blümel das Dossier "die andere Seite" übergeben. 

Das Positionspapier entstand in zwei Diskussionsrunden auf Initiative des Digital Hub Vienna und repräsentiert die aus den Diskussionen formulierte Meinung des Digital Hub Viennas - Birgit Kraft-Kinz & Jens Hurtig - in enger Co-Autorenschaft mit Franz J. Sauer (Wiener Magazin). Als großes Ziel wurde "ein starker österreichischer Medien- & Wirtschaftsstandort in Europa" formuliert. Dazu gelte es, die Wertschöpfung der Medien- und Werbebranche so weit als möglich im Land zu halten und damit den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. "Dazu ist es unumgänglich, die Medienvielfalt im Lande nicht nur zu unterstützen, sondern solide auszubauen. Eine hohe Dichte an Medien höchster Qualität stärkt nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern hilft auch, auf lange Sicht die Demokratie zu sichern", heißt es im Positionspapier. Ebenfalls wichtig sei es, am Sektor der Medienförderung neue, noch unbekannte Wege zu beschreiten und damit den klassischen Sektor monetärer Förderung sinnvoll zu erweitern. "Denn: auch Reichweite und (vor allem im Print-Bereich) effiziente Vertriebs-Infrastruktur sind eine wichtige Währung für Medien", meint "die andere Seite und präzisiert ihre Forderung: "Eine gemeinsame Strategie für einen starken österreichischen Medien- & Wirtschaftsstandort in Europa."

Konkrete Punkte sind etwa der Auftrag zur Schaffung von Public Value, der "in seiner ureigenen Begriffsdefinition in Bezug auf Medien" ausschließlich an den ORF ergehe und dementsprechend im ORF Gesetz verankert sei. "Die Erfüllung des Public Value durch den ORF ist regelmäßig durch eine übergeordnete Instanz zu kontrollieren", heißt es im Papier. Diese Instanz sollte eine großteils von Medienvertretern besetzte Jury sein, die den Public Value anhand eines Kriterienkataloges überprüfe.

Digitale Betriebsstätte soll schnell kommen
Zweiter großer Punkt ist die Schaffung der digitalen Betriebsstätte, die laut Papier während des österreichischen Ratsvorsitzes durchgesetzt werden sollte. "Wir fordern die Österreichische Bundesregierung (und somit, den Vorsitz des EU-Rates im 2. HJ 2018) eindringlich dazu auf, dieser Beschlussfassung Priorität vor anderen Gesetzen einzuräumen, da sie speziell auf den Mediensektor großen Einfluss nimmt", heißt es im Dossier. Das zusätzlich generierbare Geld solle in die Medienförderung, etwa Presseförderung, Privatsenderförderungen und neue Digitalisierungsförderungen, fließen. Davon unberührt sei die Beitragsfinanzierung öffentlich-rechtlicher Medien - das duale System solle aufrecht bleiben "Eine Verbreiterung der Medienförderung (nicht im VÖZ organisierte Medien) zur Stärkung des österreichischen Medienstandortes wird angestrebt", heißt es.

Als Inputgeber für das Papier fungierten Oliver Böhm (ORF), Markus Breitenecker (ProSiebenSat.1 Puls 4), Margaret Child (Metropol Magazin), Philipp Czerny (Der Brutkasten), André Eckert (iab & VN), Martin Hechenblaickner (Kraftkinz), Florian Laszlo (Observer), Sebastian Loudon (Die Zeit), Bettina Pepek (kommunikationsraum), Paul Ranefeld (skip), Marika Püspök (ORF), Michel Reimon (EU Abgeordneter), Franz J. Sauer (Der Wiener), Julian Wiehl (Vangardist), Martin Brezovich (Eventplan GmbH), Otto Koller (Albatros Verlag), Caroline Krall (Dialogium), Konrad Mitschka (ORF), Dominik Perlaki (Der Brutkasten), Daniela Purer (Albatros Verlag).

>>> Das Dossier als .pdf zum Download

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