Medienenquete: Auch der ÖJC stellt Forderunge...
 

Medienenquete: Auch der ÖJC stellt Forderungen

Bernhard Möstl
Fred Turnheim
Fred Turnheim

Die Unabhängigkeit des ORF müsse gewährleistet bleiben, die universitäre Ausbildung von Journalisten und Medienerziehern gefordert werden und die Presseförderung müsse eine Innovationsförderung werden.

Nach den Privatsendern und den NGOs hat sich auch der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) im Vorfeld der Medienenquete mit Forderungen an die Bundesregierung gewendet. In einer Stellungnahme sprach sich ÖJC-Präsident Fred Turnheim "für die Erhaltung des ORF in seiner jetzigen inhaltlichen und programmlichen Breite aus". Der ORF dürfe nicht "filetiert werden" und die Unabhängigkeit des Senders und der Programmmacher müsse garantiert werden. Das bedeute aber auch, "dass die Politiker und die politischen Parteien sich aus allen Gremien des ORF zurückziehen". Der Programmauftrag des ORF sei zu erweitern, so dass der ORF auch neue Technologien und neue Medienformen jederzeit einsetzen darf und muss. In die Aufsichtsratsgremien des ORF müssten künftig "Fachleute, wie Künstler, Journalisten und Kommunikationswissenschafter, etc." vertreten sein, meint der ÖJC-Präsident.




Zudem sprach sich Turnheim für eine Haushaltsabgabe aus, über die auch private Anbieter zu finanzieren seien. Die Kulturförderungen der Bundesländer dürfe künftig nicht mehr mit der Rundfunkabgabe einhoben werden. Für den Bürger müsse klar sein, welche Kosten Radio und Fernsehen verursachen.




Der Österreichische Journalisten Club spreche sich weiters für eine universitäre Journalistenausbildung in Österreich aus. An den Universitäten Salzburg und Wien seien Lehrstühle für Journalistik zu installieren und im Rahmen der neuen Lehrerausbildung das Fach „Medienpädagogik“ verpflichtend einzuführen. Das gelte auch für Ausbildungen im Bereich der Elementarpädagogik.




ÖJC-Präsident Turnheim spreche sich seit vielen Jahren für eine Änderung der Bundespresseförderung vom derzeitigen „Gießkannenprinzip“ zu einer Innovationsförderung aus, hieß es weiter. Dadurch solle das Erscheinen neuer, junger Medien gesichert werden. Als Vorbild gilt Turnheim die Filmförderung, die sehr gute Erfolge habe. Zudem fordert der ÖJC "die Auflösung der RTR in ihrer jetzigen Struktur". Besonders die Förderungsgremien hätten sich bisher als politisch einseitig erwiesen.
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