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Medienbehörde hat Großteil der Presseförderung 2012 vergeben

Förderung für regionale Vielfalt geht an sieben Zeitungstitel

Die Medienbehörde KommAustria hat inzwischen den Großteil der diesjährigen Presseförderung vergeben, die 2012 von der Regierung im Zuge von Sparmaßnahmen um fast 20 Prozent auf 10,79 Millionen Euro gekürzt wurde. An mehrere heimische Tageszeitungen wurden bisher 5,29 Millionen an Besonderer Förderung für die regionale Vielfalt und 2,12 Millionen Euro an Vertriebsförderung vergeben. Die Presseförderung wurde Mitte der 1970er Jahren gemeinsam mit der Parteienförderung eingeführt, in den vergangenen 20 Jahren gab es Einschnitt um Einschnitt und eine Halbierung der Presseförderung.

VÖZ fordert erhöhung der Förderungen zum erhalt der Printmedien

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) forderte deshalb zuletzt eine deutliche Erhöhung der Presseförderung. VÖZ-Präsident Hans Gasser sprach von 50 Millionen - nur so könne den Herausforderungen auf dem Medienmarkt begegnet werden. Tageszeitungen seien für die heimische Demokratie mindestens so "systemrelevant" wie die Banken, gab Gasser zu bedenken. Österreichs Medien kämpfen derzeit mit zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ein düsteres Bild für die Printbranche zeichnete jüngst der ehemalige Styria-Manager und VÖZ-Präsident Horst Pirker. Medienunternehmen verlegerischer Herkunft stünden vor "riesigen existenziellen Herausforderungen - es geht um Leben und Tod". Grund für diesen Befund sei die Negativspirale von Anzeigen- und Auflagenrückgang, dadurch notwendige Kostensenkungen und daraus resultierender Qualitätsverlust, so Pirker.

Einsparungen und drohende Insolvenz

In der heimischen Zeitungsbranche sind erste Symptome dieser Entwicklungen denn auch bereits erkennbar. Die "Kärntner Tageszeitung" konnte mit Hilfe eines Investors vor dem Sommer gerade noch eine drohende Insolvenz abwenden, die "Salzburger Volkszeitung" erscheint wegen der Kürzung der Presseförderung seit kurzem nur mehr fünf- statt bisher sechsmal pro Woche. Und die Tageszeitungen "Die Presse" und "WirtschaftsBlatt" sollen künftig enger kooperieren und teilweise integriert werden, um Kosten zu senken.

Neue Studie im November

Die heimische Medienpolitik lässt die Presseförderung unterdessen wieder einmal evaluieren. Das Publizistik-Institut der Universität Wien arbeitet derzeit an einer entsprechenden Studie, die bis November fertiggestellt sein soll. Zu einer möglichen Erhöhung der Presseförderung geben sich Medienpolitiker aber - anders als bei der Vergabe von Inseraten - zurückhaltend. Zuletzt wurde die Presseförderung jedenfalls noch einmal von 12,38 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 10,79 Millionen Euro 2012 gekürzt. Der Großteil davon wurde inzwischen von der Medienbehörde vergeben.

Die Verteilung der Förderung

Die Besondere Förderung zur Erhaltung der regionalen Vielfalt verteilt sich auch heuer auf sieben Zeitungstitel. Die größten Nutznießer sind "Die Presse" mit rund 941.000 sowie "Der Standard" mit rund 877.000 Euro. An die "Kärntner Tageszeitung" gehen knapp 796.000 Euro, an die "Salzburger Volkszeitung" 727.000 Euro. Das "Neue Volksblatt" wird mit 696.000 Euro, die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" mit 676.000 Euro subventioniert. An das "WirtschaftsBlatt" gehen rund 574.000 Euro. Im Rahmen der Vertriebsförderung werden 14 Tageszeitungen unterstützt. "Kronen Zeitung", "Kleine Zeitung", "Kurier" und die meisten andern Kaufzeitungen bis hin zum "WirtschaftsBlatt" erhalten aus diesem Titel Beträge zwischen 163.000 und 98.000 Euro. Noch keine Entscheidungen hat die KommAustria bei der Vertriebsförderung für Wochenzeitungen sowie der Qualitätsförderung und Zukunftssicherung getroffen.

(APA)
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