"Medien machen Sonnenenergiehype fröhlich mit...
 

"Medien machen Sonnenenergiehype fröhlich mit"

Umweltpolitiker Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker ermahnt Gesellschaft und Medien, nicht länger wegzusehen.

"Faktor 5" heißt das aktuelle Buch von Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Neffe des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Chemiker, Physiker und Philosoph, vor allem aber Umweltschützer und - ermahner. Seine These in Kürze: Die EU hat sich bis 2020 zum Ziel gesetzt, 20 Prozent des Energieverbrauchs in Europa aus erneuerbarer Energie zu versorgen. Aber: Wenn alle 7 Milliarden Menschen der Welt mit dem Wohlstandslevel von Europa mit erneuerbarer Energie versorgt werden sollen, bräuchten wir das 35-fache als es für Europa in 2020 nötig wäre. Wenn also die Energieeffizienz um das 5-fache steigen würde, also der Energieschonende Einsatz von Energie, nicht nur die Neuerschließung neuer Quellen, dann bräuchte es nur noch das 7-fache an erneuerbarer Energie. Gleichzeitig müssten die Rohstoffpreise verteuert werden, um den sich anbahnenden Mehrverbrauch durch die Energieeinsparung einzufangen. "Das würde nachhaltig den Ressourcenverbrauch eindämmen, ohne dass auf Reichtum verzichtet werden muss". Denn laut Weizsäcker krankt die Realisation von Umweltschutz an der "Kuznets-Kurve": erst wollen alle reich werden, dann kommt der Klimaschutz. Nach herkömmlichen Konzepten ist der Klimaschutz nur auf Kosten des Wohlstandes möglich.

Seine große Kritik wendet sich hier allerdings nicht nur an Industrie, Verbraucher und Politik, sondern vor allem auch an die Medien: "Von den Recyclingpotenzialen liest man nichts in den Medien, bzw. von dem Nicht-Recycling-Skandal". Und: "Medien machen den Sonnenenergie-Hype fröhlich mit. Die wirklich richtigen, weil wichtigen Fragen, werden dabei aber nicht mehr gestellt".

Außerdem kritisiert er die herausragende Darstellung der Verlierer bei diesem Spiel, niemals der Gewinner. Selbst die Frag, wer die Gewinner sein könnten,w werde nicht einmal gestellt. "Die Bildzeitung ist genau deshalb die größte Medienmacht gegen den technologischen Fortschritt".
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