Medien in Niederösterreich: Autofahrer und Al...
 

Medien in Niederösterreich: Autofahrer und Alexa-Fans als Zielgruppe

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Neben Qualität und Lokalität gibt es auf dem umkämpften niederösterreichischen Markt noch andere Erfolgsgeheimnisse: Im Printsektor setzen die Gratisprodukte Heute und Tips auf einige Innovationen bei der Zielgruppenansprache.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 24/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Der Printmarkt in Niederösterreich ist ohnehin umkämpft, umso schärfer ist das Duell der Gratis- Tageszeitungen. Entsprechend wichtig war für Heute das Abschneiden bei der Media-Analyse im Vergleich zum Mitbewerb. Heute bewahrte in Niederösterreich mit täglich 267.000 Lesern die Nummer-eins-Position bei den Gratis-Tageszeitungen, Österreich verlor signifikant.

„Für uns ist dies ein eindeutiges Indiz, dass qualitätsvolle Berichterstattung auch im Boulevardbereich von den Leserinnen und Lesern honoriert wird“, kommentiert Geschäftsführer Wolfgang Jansky gegenüber HORIZONT und ortet zwei große Erfolgssäulen in Form von Content und Vertriebsleistung. „In der Regionalisierung sehen wir weiter großes Potenzial“, meint Jansky. Redaktionsseitig würden Joachim Lielacher und sein Team in St. Pölten täglich für zusätzlichen regionalen Inhalt sorgen. „In der Niederösterreich- Ausgabe von Heute ist damit nicht nur viel Niederösterreich drin, sondern auch viel Niederösterreich auf der Titelseite“, so Jansky. „Dies pusht unsere Entnahmen aus den Heute-Boxen.“

Die zweite Säule, die Vertriebsleitung, stärkte Heute zu Jahresbeginn, als das Vertriebsnetz verdichtet und strategische Partnerschaften, etwa mit Gastronomie und Tankstellen, geschlossen wurden. „Wir forcieren und erweitern permanent unsere Vertriebskooperationen“, sagt Jansky. Die Kooperation mit den Tankstellenbetreibern hat sich dabei „als äußerst wirkungsvoll herausgestellt. Und das hat Folgen: „Dies hat für uns natürlich den Reiz, nun auch verstärkt die Zielgruppe Autofahrer ansprechen zu können.“

‚Tips‘ von Alexa

Während man in Oberösterreich schon Nummer eins bei den Gratis- Regionalmedien ist, kommen die Tips in Niederösterreich derzeit auf eine Reichweite von 24,2 Prozent, obwohl man erst rund 40 Prozent der Haushalte versorge. Beim Wachstumskurs setzt man vor allem auf die Verschränkung von Print und Online, meint Geschäftsführer und Chefredakteur Josef Gruber. „Vor allem für regionale Medien sehe ich eine hohe Wichtigkeit im Bereich des optimalen Doppelpasses zwischen Online und Print. Es ist wichtig, die Stärken des jeweiligen Bereichs optimal zu nützen.“ Online gehe es darum, den Nutzern vor allem möglichst schnell gut recherchierten Content zur Verfügung zu stellen. Ausführliche Hintergrundberichte und umfassende Berichterstattung folgen dann in der nächsten Printausgabe. Dieser spendierte der Verlag ein Facelift, beschreibt Gruber: „Nachdem bereits Ende 2017 die Titelseite neu gestaltet wurde und unter anderem mit einer klaren Seiten-Headline die Top-Geschichten aus den Regionen kommuniziert, erhielt nun auch das Blattinnere ein moderneres Erscheinungsbild, das in alle Ausgaben ausgerollt wurde.“

Eine weitere Innovation ist die Möglichkeit, News ab sofort über den Amazon-Sprachassistenten Alexa zu beziehen. „Die 32 sogenannten Feeds – für jede Region des Verbreitungsgebietes in Niederösterreich und Oberösterreich einen eigenen – werden dabei immer aktuell mit den letzten fünf regionalen News samt Vorspann gespeist, die von Alexa vorgelesen werden“, beschreibt Gruber.

Durch die Offensive des Kurier sieht sich Gruber sogar bestätigt. „Die Situation am niederösterreichischen Medienmarkt ist seit Jahren hart umkämpft.“ Beim Kurier folge man nun dem „Trend der Zeit“. „Das bestätigt unseren Weg, den wir schon seit vielen Jahren leben“, so Gruber. Neben der Lokalität liege der Tips-Vorteil ganz klar in der flächendeckenden Postverteilung: „Unsere Zeitung kommt in alle Haushalte im Erscheinungsgebiet – auch in die der Werbeverweigerer. Das ist einerseits für die Leser toll, andererseits haben unsere Werbekunden dadurch einen entscheidenden Vorteil.“

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