Medien-Freiheit ist, was man daraus macht
 

Medien-Freiheit ist, was man daraus macht

Dr. Michel Friedman, Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, nimmt kritischen Bezug auf die Erfolgskonditionierung der Medien.

Die politische Diskussion rund um die Möllemann-Aussagen und das Ergebnis der FDP bei den deutschen Wahlen waren für Dr. Michel Friedman, Viezpräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Anlass, sich in seiner Key-Note-Rede auf den diesjährigen Medientagen mit der Verknüpfbarkeit von wirtschaftlichem Erfolg und unabhängigem Journalismus auseinanderzusetzen.
Content ist für Friedman dabei im Wortsinn viel mehr die "inhaltliche Auseinandersetzung" als die durch die emotionelle Challenge TV angeheizte Konditionierung auf Quote. Wo kommen wir denn hin, wenn Politiker schon lieber in Unterhaltungssendungen auftreten, als sich erntshaften und sachlichen Diskussionen zu stellen? Friedman sieht auch in der medialen Vielfalt die Gefahr der Reduktion substanzieller Inhalte auf den telegenen Blick in die Kamera. Ursächlich dafür steht die Konzentration der Eigentumsverhältnisse von Verlagshäusern, TV-Sendern und Internetportalen. Inwieweit unter solchen Rahmenbedingungen die politische Unabhängigkeit einzelner Titel oder Sender aufrecht erhalten werden kann, zieht Friedman in Zweifel und appelliert an die Medien "ihre Rolle als Institution, die als einzige die Entpolitisierung der Gesellschaft aufhalten können, wahrzunehmen."

Eine Foto-Galerie zur Eröffnung der 9. Österreichischen Medientage finden Sie auf der Homepage unseres Fotografen Peter Svec.

(dodo)

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