Medien: Das waren die Highlights 2017
 

Medien: Das waren die Highlights 2017

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Aus für nzz.at, der Beginn der Presse Premium, einige personelle Wechsel an den Spitzen - wie hat sich die Medienlandschaft 2017 verändert?

Dieser Artikel ist zuerst im HORIZONT Nr. 50 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Neue Zürcher Zeitung: das Aus für ‚NZZ.at‘

Die Neue Zürcher Zeitung stellte NZZ.at, den digitalen Bezahlableger für Österreich, mit Ende April ein. Grund dafür war, dass das 2015 gelaunchte Portal seine Ziele im Markt nicht erreicht habe. 10.000 Abonnenten, sprich ein Umsatz von über 1,5 Millionen Euro, hätten es im ersten Jahr werden sollen. Offizielle Zahlen gibt es zwar keine, in der Branche kursierte allerdings eine niedrige vierstellige Zahl zahlender Abonnenten.

‚Österreich‘: Lizenz für ‚Seitenblicke Magazin‘

Nach dem Aus im Red Bull Media House für das Seitenblicke Magazin ging der Zuschlag für die von der ORF-Enterprise ausgeschriebene Lizenz an die Mediengruppe Österreich. Laut der Ausschreibung beträgt die zu zahlende Mindestlizenzgebühr jährlich 55.000 Euro. Für 2018 plant die Mediengrupppe, ihre Radiolizenzen national auszuweiten und E-Commerce-Business voranzutreiben.

‚Die Presse‘: Start von ‚Presse Premium‘

Die Presse bietet seit Jahresbeginn ausgewählte Inhalte unter „Presse Premium“ an, nach einer Registrierphase sind diese seit 1. März kostenpflichtig. Ein Blick auf die ÖWA-Zahlen des betroffenen März 2017 zeigt: Angestiegen sind im Vorjahresvergleich sowohl Visits, Unique Clients als auch Pageimpressions. Gesunken ist die Verweildauer. In Summe konnte die Presse bis zum dritten Quartal über 6.300 neue Digitalabonnenten seit Premium-Start gewinnen.

ProSiebenSat1. Puls4: Kauf von ATV & ATV2

Im April wurde der Verkauf von ATV und ATV2 um kolportiert rund 20 Millionen Euro besiegelt. Schon vor der Übernahme war die Sendergruppe laut Focus Nummer eins am Werbemarkt, gemeinsam mit ATV überholte sie den ORF in der Werbezielgruppe auch bei den Marktanteilen – in der Gesamtbevölkerung bleibt der ORF führend. Bereits im Mai wurden die ersten Programmumstellungen mit Komplementärprogrammierung sichtbar. Der Umzug nach St. Marx wird in Kürze abgeschlossen sein.

VGN: Sparen und offene Call-Option

Vom bereits im Herbst 2016 verabschiedeten Sparpaket war die VGN auch das gesamte Jahr 2017 betroffen. Zehn bis zwölf Millionen Euro weniger Aufwand pro Jahr war das damals verlautbarte Ziel. Am defizitären News will CEO Horst Pirker trotz Sparprogramm weiterhin festhalten, wie er zuletzt betonte. Unklar ist die Situation um die kolportierten Klauseln in den Gesellschafterverträgen, denen zufolge mit Jahreswechsel 2017/2018 die 25,3 Anteilsprozente vom Kurier übernehmbar wären.

ORF: Gebührenerhöhung und Warten auf Channel Manager

Die bereits 2016 durch den Stiftungsrat beschlossene Anhebung des Programmentgelts um 6,5 Prozent ist mit April in Kraft getreten. Für das abgelaufene Jahr angekündigt, aber noch nicht erfolgt, ist die Ausschreibung der von Generaldirektor Alexander Wrabetz angekündigten Channel Manager

Personelles: Wechselreich an den Spitzen

Sowohl in den Verlagen als auch bei den Sendern hat sich 2017 personell einiges getan. Gerhard Riedler hat die Mediaprint verlassen, ihm folgte Monika Fuhrheer nach. Zudem wird mit Jahresbeginn 2018 Gerhard Valeskini die Geschäftsführung der Kronen Zeitung übernehmen und in dieser Funktion Wolfgang Altermann nachfolgen. Alexandra Föderl-Schmid hat den Standard in Richtung Deutschland verlassen, Martin Kotynek hingegen hat Deutschland in Richtung Standard verlassen. Außerdem erhielt die Geschäftsführung der ProSiebenSat.1- Puls 4-Gruppe mit Corinna Milborn Zuwachs. Veit Dengler nahm als CEO der NZZ-Mediengruppe den Hut, auch Anita Zielina, zuletzt Chief Product Officer, verabschiedete sich aus dem Schweizer Konzern. Bei der NÖN wurde Gudula Walterskirchen zur neuen Herausgeberin berufen, als Chefredakteur gehen musste Martin Gebhart, auf seinen Nachfolger Karl Ettinger folgten wiederum Walter Fahrnberger und Daniel Lohninger.

‚Kronen Zeitung‘: Schiedsgericht-Urteil

Rund zehn Millionen Euro garantierte Auszahlung. Diese Summe steht der Familie Dichand jährlich zu – festgehalten ist diese Gewinnausschüttung in den Syndikatsverträgen der Funke Mediengruppe mit der Verlegerfamilie Dichand. Wird der Gewinn in dieser Höhe nicht erwirtschaftet, müssen die Gesellschafter dafür aufkommen. Die Funke Mediengruppe will diese Verträge schon lange loswerden, das dafür zuständige Schweizer Schiedsgericht hat die Kündigung allerdings abgelehnt.

‚Kurier‘: Übernahme von Schau TV

Im Sommer erweiterte Geschäftsführer Thomas Kralinger das Kurier-Portfolio um den Regionalsender Schau TV. Die Redaktion sitzt vorerst noch in Eisenstadt, ein Studio im Kurier-Medienhaus wird eingerichtet. Die technische Reichweite des Senders beträgt 60 Prozent. 500.000 Euro sollen in den nächsten drei Jahren investiert werden. Aktuell schreibt der Sender Verluste im niedrigen siebenstelligen Bereich, der Turnaround sei „natürlich nicht einfach“. In den nächsten drei Jahren soll aber laut Kralinger ein positives Ergebnis erzielt werden.

Media Server: Austritt – und möglicher ÖWA-Wiedereintritt

Im Jänner trat die ÖWA aus dem Verein Media Server aus. Zu Fortschritten ist es gekommen, als die ÖWA vor wenigen Wochen eine Einladung der IGMA angenommen und beschlossen hat, an Konditionen mitzuarbeiten, die einen Wiedereinstieg möglich machen. Zu diesen zählen unter anderem der Fokus auf das eigentliche Ziel, eine kostengünstigere zweite Studie und eine innovativere Methode. Bislang wurde viel Geld investiert, die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa zwei Millionen Euro pro Studie. Präsident des Vereins ist seit wenigen Monaten Helmut Hanusch, Walter Zinggl hatte zuvor das Amt abgegeben und die IAA übernommen.

Moser Holding: Männermagazin

Die Bundesländerinnen, die Magazingruppe der Moser Holding und Styria Media Group, widmen sich nun auch Männern. Im September ist der Oberösterreicher erstmals erschienen. Das Magazin wird zweimal jährlich und in einer Auflage von 40.000 Stück herausgebracht.

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