Mediaprintmedien nehmen an ÖAK teil
 

Mediaprintmedien nehmen an ÖAK teil

Ab dem 3. Quartal 2000 werden auch die Kronen Zeiutng und der Kurier an der Östereichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) teilnehmen.

Ab dem 3. Quartal 2000 werden auch die Kronen Zeiutng und der Kurier an der Östereichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) teilnehmen.

Mediaplanerin bei Demner, Merlicek & Bergmann und Mitglied des

Print-Beirates der ÖAK. Auch wenn dies (noch!) nicht nach ungezügeltem

Optimismus klingt, muss man der Reform doch zugute halten, dass mit dem

Beitritt der zwei Mediaprint-Titel Krone und Kurier ein historischer

Durchbruch gelungen ist. Und das nicht zuletzt auf "geballten Druck der

Agenturen", der so innerhalb der ÖAK zum ersten Mal zu verspüren war. Wobei

der Ge- bzw. Missbrauch der ÖAK als Instrument für Marketingschlachten im

vergangenen Jahr - in den Augen der Agenturen - den Bogen wohl überspannt

haben dürfte. Für das dritte Quartal 2000 steht damit erstmals die

Möglichkeit im Raum, ein validiertes, durch gehärtete Auflagenzahlen

untermauertes, wirklichkeitsgetreu(er)es Abbild der österreichischen

Medienlandschaft zu erhalten. Neben der Neuen Kronen Zeitung und dem Kurier

treten ab diesem Zeitpunkt auch die Orac-Titel Bühne, Gusto und Autorevue

der ÖAK bei. Walter Schaffelhofer, ÖAK-Geschäftsführer, geht davon aus,

dass "alle jene, die an der Erstellung der neuen Richtlinien mitgewirkt

haben, das auch meinen, was sie da ausgearbeitet haben". Und mitgewirkt

haben "die wichtigsten Tageszeitungen und Magazingruppen", so Schaffelhofer

- insofern sollte das Reformpaket nun halten. Interpretationsfragen zur

Auslegung der Richtlinien werden künftig an eine Kommission weitergeleitet,

die sich aus Agenturvertretern zusammensetzt. Damit, so Schaffelhofer,

"könnte man Marketingaktivitäten künftig im Vorhinein auf ihre

Richtlinienkonformität prüfen lassen". "Wettbewerbsauseinandersetzungen"

klammert Schaffelhofer jedoch dezidiert aus der Zuständigkeit der

Kommission aus. Nur knapp das Statement der Mediaprint: Geschäftsführer

Hans Georg Otto unterstreicht, dass der gefundene Kompromiss "in Ordnung"

sei. "Damit können wir leben." Schließlich war es das Bestreben der

Mediaprint, der ÖAK beizutreten. Es galt eben nur, die Basis dafür zu

finden. Wolfgang Fellner, News-Verlag,

ist überzeugt davon, dass nicht zuletzt auf Druck des News-Verlages die

ÖAK-Reform so schnell vorangetrieben werden konnte. "Das Reformpaket

entspricht unseren Vorstellungen. Was uns noch fehlt, ist die Verquickung

mit der Media Analyse. Dass dies aber nicht so einfach ist, dessen sind wir

uns bewusst." Wie Fellner unterstreicht, ging es dem News-Verlag vor allem

darum, die Großabo-Zurechnungen in die verkaufte Auflage als

schwindelaktion" zu unterbinden. Mit den Mindesterlösgrenzen von 51 Prozent

beim höchsten Abopreis und 30 Prozent bei Großverkäufen und reduzierten

Verkäufen, "können wir gut leben", so Fellner. Den Vorwurf, ÖAK-Zahlen für

Marketingschlachten gebraucht zu haben, wischt er vom Tisch: "Das ist

international üblich." Und die Zeit bis zum dritten Quartal 2000 will

Fellner mit News, tv-media und Format dahingehend überbrücken, dass ab

sofort und unabhängig geprüft und nach den neuen Richtlinien gemeldet wird.

Helmut Hanusch, GF Orac Zeitschriftenverlag, erwartet sich "jedenfalls eine

höhere Seriosität im Umgang mit Kernverkaufszahlen." Den Vorteil der

"ÖAK-neu" sieht er darin, dass "manche Missbrauchsvarianten durch die

klaren Richtlinien nunmehr ausgeschlossen" seien.





Das ÖAK-Reformpaket





* Für die Zurechnung zu den abonnierten Exemplaren muss ein im Impressum

veröffentlichter Abopreis zu 100 Prozent erlöst werden, für mindestens ein

Jahr Gültigkeit haben und dürfen nicht 51 Prozent des höchsten Abopreises

liegen. Gleiches gilt für den Einzelverkauf.


* Die Grenze für die Zurechnung zu den Einzelabos wird von 25 auf 10

Exemplare gesenkt.


* Exemplare für Lesezirkel und Airlines sowie reduzierte Verkäufe und

Großverkäufe an identifizierbare Einzeladressen werden dem Spezialverkauf

zugerechnet. Neben Abos und einzelverkauf wird der Spezialverkauf damit

dritte Säule der

verkauften Auflage.


* Tageszeitungen melden künftig die Durchschnittsauflage jedes einzelnen

Wochentages.


* Der stumme Verkauf an Sonn- und Feiertagen wird für Tageszeitungen mit

sieben Erscheinungstagen in der Woche der verkauften Auflage zugeordnet.

Der Wochenschnitt (Montag bis Samstag) bleibt davon unberührt.


* Zeitungen, die mehr als 50 Prozent ihrer Auflage oder einer

Regionalausgabe in einem Bundesland verbreiten, melden künftig zusätzlich

den Anteil der verbreiteten/ verkauften Auflage im Stammbundesland sowie

eine Gesamtziffer für Verbreitung bzw. Verkauf in den restlichen

Bundesländern.


* Auslegung und Beurteilung der Richtlinienkonformität obliegt künftig

einer aus Agenturvertretern zusammengesetzten Schiedsrichterkommission.


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