Mediaprint investiert 35 Millionen Euro
 

Mediaprint investiert 35 Millionen Euro

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Auch das Druckzentrum Wien-Inzersdorf wird wieder up-todate. In Österreichs größter Druckerei im Zeitungsrollen-Offsetdruck werden auf acht Druckmaschinen wöchentlich zehn bis 14 Millionen Zeitungen gedruckt.
Auch das Druckzentrum Wien-Inzersdorf wird wieder up-todate. In Österreichs größter Druckerei im Zeitungsrollen-Offsetdruck werden auf acht Druckmaschinen wöchentlich zehn bis 14 Millionen Zeitungen gedruckt.

Mit einem ‚Neustart auf elektrischer Seite‘ werden die elf Druckmaschinen an drei Standorten wieder auf den neuesten Stand gebracht.

Es ist wie bei den PCs zuhause“, erklärt Druckereichef Ernst Mühlmann die 35-Millionen-EuroInvestition der Mediaprint: „Die älteren erinnern sich noch an Windows XP“, scherzt er. Ähnlich gehe es auch bei der Mediaprint nun darum, die elf Druckmaschinen an den drei Standorten Wien (acht), Salzburg (zwei) und St. Andrä/Lavanttal (drei) wieder „up-to-date“ zu machen. Zuletzt habe es 2002 größere Investitionen gegeben. Während die mechanische Seite länger leben könne, gebe es „auf elektrischer Seite einen Neustart“, sagt Mühlmann. Die Modernisierung laufe jetzt bis Ende des Jahres, etwa die Hälfte davon sei schon umgesetzt worden. „Auch die Ersatzteilverfügbarkeit wird geringer“, gibt er zu bedenken. Weiters sei in PalettierRoboter bei den Expeditmaschinen, Farbregelanlagen sowie in einen Neuaufbau der Druckplattenherstellung investiert worden.

Digitaler Wandel spürbar
Mit den neuen Anreizen für Anzeigenkunden, die Mediaprint-Geschäftsführerin Monika Fuhrheer jüngst im HORIZONT unter dem Motto „vieles aus einer Hand“ beschrieben hatte, habe die Investition nicht vorrangig zu tun. Die Mediaprint bietet ihren Kunden an, in der eigenen Druckerei zu drucken und die Produkte gleich den Zeitungen beizulegen. Zudem verarbeite man auch künftig nur saugfähiges Zeitungspapier, keine Hochglanzbeilagen, meint Mühlmann. Den digitalen Wandel würden auch die Hersteller von Druckmaschinen spüren, sagt der MediaprintDruckereichef. Dass es mittlerweile ein „schwieriger Markt“ geworden sei, merke man etwa daran, dass von den großen Druckmaschinenherstellern Mediaprint-Belieferer Koenig & Bauer stark diversifiziere und im Banknotendruck sehr aktiv sei. Manroland musste 2011 durch eine Insolvenz, die Druckmaschinensparte wurde 2012 von der britischen Langley Holdings übernommen. Darüber hinaus gebe es mit Goss International in Chicago, Mitsubishi und Anbietern in Indien und Schweden nicht mehr viele gro- ße Player auf dem Markt. Bei Expedit-Maschinen beschränke sich das Angebot auf die Schweizer Firmen Ferag und Müller Martini. Österreich gilt international als besonders starkes Printland. Wenn beispielsweise Deutschland eine Printsituation wie Österreich hätte, „die würden Feste feiern“, sagt Mühlmann. Andererseits ist Österreich dadurch von diesen Entwicklungen besonders abhängig. Die zurückgehende Bedeutung des Druckmaschinengeschäftes merke man aber nicht nur an der Zahl der Hersteller, sondern vor allem an den geringeren Innovationen. Aufgrund der gesunkenen Bedeutung sei man heut weit entfernt von den großen Innovationsschritten der 90er- und „Nuller“-Jahre. Zumindest für die nächste Zukunft scheint die Mediaprint nun wieder gut gerüstet
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