Mediale Konvergenz im Echzeitbetrieb
 

Mediale Konvergenz im Echzeitbetrieb

Johannes Brunnbauer
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Brunnbauer
Medientage 2015 Tag1 am WU Campus, am 22.09.2015 | (c) Medientage/Brunnbauer

Torsten Rossmann (WeltN24) und Anita Zielina (NZZ) sprachen im Rahmen der Österreichischen Medientage über Konvergenz ihrer Marken und Medieninhalte

Im Anschluss an die Keynote von Gerhard Zeiler, President Turner International, diskutierten Torsten Rossmann, WeltN24 Media GmbH, und Anita Zielina von der NZZ bei den Österreichischen Medientagen das Thema „Mediale Konvergenz im Echzeitbetrieb“.

Rossmann erklärte zunächst anhand einer Case Study der Unternehmensgründung von WeltN24 die Konvergenz-Thematik. Angestrebtes Ziel sei es, aus einer Redaktion heraus alle Plattformen zu bespielen. Im Jahr 2019 soll ein gemeinsamer Neubau von N24 und den Produkten des „Welt“-Universums bezogen werden. Künftig sollen redaktionelle Abläufe so gut wie möglich organisiert werden, das Markendach „Welt“ wird dann die Klammer für TV-, Digital- und Print-Produkte des Hauses bilden. Die neue Erscheinungsweise wird seit Mitte September Schritt für Schritt umgesetzt und im zweiten Halbjahr 2016 in der gemeinsamen Website Welt.de münden. „Wenn dann gelernt ist, dass N24 und 'Welt' zusammengehören, werden wir den Sender N24 in Welt umbenennen. Das wird aber nicht vor 2017 der Fall sein. Am Ende dieses Prozesses wird alles unter dem Namen Welt erscheinen, so lösen wir das Markenthema“, erklärte Rossmann.

3 Geschwindigkeiten

Konvergenz beginnt Rossmann zufolge bereits in der Planung, in der Art und Weise wie eine Redaktion entscheidet, wann und wo die Inhalte entwickelt werden. „Wenn ich die Geschichte fertig habe, ist sie zuerst online verfügbar, dann wird entschieden, ob sie es auch ins Blatt schafft und dann kommt TV. Im Regelfall werden die Geschichten weitergedreht, wenn sie in Print aufgenommen werden, und auch reflexiver.“

Der Moderator der Runde, Helmut Brandstätter vom Kurier, fragte auch Zielina nach den Konvergenz-Plänen der NZZ-Gruppe. Dortiges Ziel sei auch in erster Linie die inhaltliche Konvergenz auf allen Kanälen. „Das ist für uns der richtige Weg und das werden wir noch verstärken. Bei der NZZ gibt es bereits seit 2012 eine konvergente Redaktion“, so Zielina, die bei der NZZ mit anderen Geschwindigkeiten konfrontiert ist: „Die NZZ wird nicht so stark als Nachrichtenmedium wahrgenommen. Im ganzen Digitalbereich gibt es für uns folgende drei Geschwindigkeiten: News, Kommentare und tiefe Geschichten abseits des Nachrichtenbereichs.“

Künftig soll die Bewegtbildstrategie bei NZZ komplett überarbeitet werden: „Studien ergaben, dass viele Menschen am Handy Bewegtbild ohne Ton konsumieren, etwa im öffentlichen Bereich. Wir müssen Möglichkeiten finden, bewegte Bilder ohne Ton zu erzählen. Und wir überlegen uns kurze und informative Formate, die den User dort abholen, wo er ist.“

Laut Rossmann wird schon seit längerem darüber nachgedacht, den österreichischen Markt zu betreten. „Wir werden das noch in diesem Jahr entscheiden. Wenn ja, dann würde das Programm von N24 hier im Kern stehen.“

Zielina sprach auch NZZ.at an: „Es ist ein junges Projekt, das wir Ende Januar diesen Jahres gestartet haben. Vieles von dem, was wir dort machen, kommt gut an, und an vielem drehen wir jetzt noch an ein paar Schrauben.“
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