MCÖ diskutierte „Die Zukunft des Magazins"
 

MCÖ diskutierte „Die Zukunft des Magazins"

Michael Jeuter
Markus Hartl, Geschäftsführer von The Media Consultants, HORIZONT-Chefredakteurin und Moderatorin Marlene Auer, Ralph Hofmann, Head of Marketing Intersport, Markus Fallenböck, Chief Sales Officer BTC und CSO der VGN, Margareta Seiser, Leitung Marketing & PR Egger Getränke, MCÖ-Präsident Georg Wiedenhofer, Impulsgeber Horst Pirker, CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung der VGN Medienholding, und MCÖ-Geschäftsführer Niko Pabst.
Markus Hartl, Geschäftsführer von The Media Consultants, HORIZONT-Chefredakteurin und Moderatorin Marlene Auer, Ralph Hofmann, Head of Marketing Intersport, Markus Fallenböck, Chief Sales Officer BTC und CSO der VGN, Margareta Seiser, Leitung Marketing & PR Egger Getränke, MCÖ-Präsident Georg Wiedenhofer, Impulsgeber Horst Pirker, CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung der VGN Medienholding, und MCÖ-Geschäftsführer Niko Pabst.

Clubabend, Sommerfest und Diskussion in einem: Der Marketing Club Österreich (MCÖ) lud am Montag zu einem spannenden Podium, bei dem eine hochkarätige Runde vor 150 Gästen die Chancen und Gefahren auf dem Magazinmarkt diskutierte.

Den Impulsvortrag zum Abend auf der Wiener Summerstage lieferte Horst Pirker, CEO der VGN Medienholding, wie sie seit Mitte Juni heißt. Dabei umriss er die Stoßrichtung des Verlags, der seit heuer zu 75 Prozent ihm selbst (I-MAG Beteiligungs GmbH & Co KG) gehört: „Kernelement sind die Communities, Menschen, die zumindest ein starkes gemeinsames Merkmal haben, das auch monetarisierbar ist. Rund um dieses Kernmerkmal bauen wir Ecosysteme mit der Vision von serving, owning and sharing. Die Idee ist es, den Communities digital und analog zu dienen, sie so im Griff zu haben und das mit unseren B2B-Partnern zu teilen. Das mag man waghalsig nennen, wir sind vor allem engagiert.“ 

Im Anschluss leitete HORIZONT-Chefredakteurin Marlene Auer zur Diskussion über. Zunächst wurden in der Runde einige Lieblingsprintprodukte genannt - vom Kundenmagazin "Omega", dem "Manager Magazin", "Servus" über "Falstaff" bis zum "Harvard Business Manager" und "Woman". „Österreich ist ein Printland“, so der Tenor, „und trotzdem aktuell eine Herausforderung für Magazine.“ 

"General Interest ist tot" - oder doch nicht?

Was jeden an seinem Lieblingstitel begeistert, war höchst unterschiedlich. Markus Hartl, Geschäftsführer der Agentur TMC und im Vorstand der Media Analyse, sah den Content als zentrales Element. Ralph Hofmann, Head of Marketing Intersport, sah "digital detox" und Haptik als Argument. Markus Fallenböck, Chief Sales Officer B2C der VGN, mag bei einem Magazin ebenso eine schöne Haptik und will Lesern und Communities exklusive Leistungen und Vorteile bieten. Margareta Seiser, Leitung Marketing & PR Egger Getränke, wünscht sich ein glaubwürdiges Umfeld für Werbung und Mehrwert für den Leser.

TMC-Geschäftsführer Markus Hartl ließ mit einer drastischen Aussage aufhorchen: „General Interest ist tot.“ Fallenböck widersprach entschieden: „Es gab noch nie so viele Magazine wie jetzt, 1.600 Publikumzeitschriften sind es allein in Deutschland.“ Auch er räumte allerdings ein, „ja, es geht in Richtung SpeciaI Interest Magazine“. Dabei kam man auch schnell auf das Thema Blogger und Influencer zu sprechen. Hofmann bemerkte, dass „man experimentieren muss, aber man holt sich auch blaue Augen ab. Am Ende braucht es einen guten Mediamix“. Fallenböck erzählte seinerseits von Erfahrungen aus einer Influencer-Kampagne für das 'Profil' - „erst die zweite Welle, als wir mehrere Kanäle nutzten, war wirklich erfolgreich“. 

Geteilte Meinungen bei Preispolitik

Bei Intersport etwa liegt Print aktuell bei rund 15 Prozent im Mediamix, ähnlich hoch wie die Ausgaben für Social Media. Egger investiere je nach Kampagne zwischen 20 und 40 Prozent in Print, erklärte Seiser. Hartl sieht Print rückläufig, außerdem wünschte er sich für Fachtitel neue Bewertungskriterien, die die Effizienz zeigen. „Auch in Communities liegt eine Zukunft – dies haben 'Der Standard' oder die 'Miss' schon sehr früh erkannt“, ergänzt Hartl. Seiser bemerkte schließlich, sie finde es "spannend", dass die Werbespendings laut Focus weiter im Steigen begriffen seien und nun bei 27 Prozent lägen.

Schließlich waren noch kurz aktuelle Themen Inhalt der Diskussion. So bedauerte man das Ende von Morawa; „wir brauchen den Einzelhandel“, so Fallenböck. Kurz herrschte ein wenig Uneinigkeit zum Thema Preis. „Ein gutes Medium muss seinen Preis haben, Qualität kostet“, meinten Fallenböck und Seiser. Hartl war anderer Meinung: „Auch Kauftitel haben Gratis-Mitleser. Ein Leser ist ein Leser, wenn er gratis ist, ist er nicht weniger wert!“ Eine starke Marke, Mehrwert für den Leser und relevanter Inhalt, den man nicht auf Knopfdruck im Internet findet – das werde Magazine auch in Zukunft leben lassen."

Michael Jeuter
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