Martin Kotynek wird neuer STANDARD-Chefredakt...
 

Martin Kotynek wird neuer STANDARD-Chefredakteur

Samaruddin Stewart
Martin Kotynek löst Alexandra Föderl-Schmid an der Spitze der STANDARD-Redaktion ab.
Martin Kotynek löst Alexandra Föderl-Schmid an der Spitze der STANDARD-Redaktion ab.

Vorstand Alexander Mitteräcker holt den Investigativjournalisten, Blattmacher und Digitalprofi von der „Zeit“ zurück nach Wien.

Martin Kotynek übernimmt ab November 2017 die Position des Chefredakteurs des STANDARD. Der 34-Jährige folgt damit auf Alexandra Föderl-Schmid, die als Korrespondentin zur „Süddeutschen Zeitung“ wechselt. Dies gab Vorstand Alexander Mitteräcker heute der Redaktion und allen Mitarbeitern bekannt. Die Entscheidung wurde von Herausgeber, Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam getroffen.

Martin Kotynek ist seit drei Jahren stellvertretender Chefredakteur von „Zeit Online“. In dieser Funktion war er für die Weiterentwicklung des Portals zuständig sowie für "investigative Recherche, interaktives Erzählen, Engagement", ist auf "Zeit Online" zu lesen. Er verantwortete den Relaunch der Seite und widmete sich in der Folge der "Einführung des Registrier- und Bezahlangebotes Z+", das diesen Frühling lanciert wurde. Zudem leitete er ein Innovations-Team der "Zeit".

Zuvor hat Martin Kotynek als Investigativjournalist bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ gearbeitet. Bei der „Süddeutschen Zeitung“ in München war er als Politikredakteur zuständig für „Seite Zwei“ (Thema des Tages). Als Knight Journalism Fellow befasste er sich an der Stanford Universität im Silicon Valley zehn Monate lang unter anderem mit Innovationsmanagement und Leadership im Journalismus. Nun kehrt der gebürtige Wiener und studierte Neurobiologe aus Deutschland in seine Heimatstadt zurück.

„Mit Martin Kotynek gewinnen wir einen erfahrenen Blattmacher und Digitalprofi für den STANDARD“, sagt Herausgeber Oscar Bronner. „Wir freuen uns sehr, einen Chefredakteur gefunden zu haben, der die besten Voraussetzungen mitbringt, alle unsere journalistischen Angebote erfolgreich weiterzuentwickeln.“

Neue Generation

Kotynek ist Vertreter einer jungen Journalistengeneration, die den viel beschworenen Medienwandel, der so manchem Verleger Kopfzerbrechen bereitet, als Chance begreift. "Wo möchten Sie in zehn Jahren arbeiten?" fragte ihn das "Medium Magazin" 2013, als ihn das deutsche Medium zu einem der besten "30 unter 30" kürte. Seine Antwort: "In einer Branche, die sich nicht selbst bemitleidet und ihren eigenen Untergang herbeiredet, sondern den Mut hat, mit den digitalen Möglichkeiten zu experimentieren und sich im laufenden Betrieb Schritt für Schritt neu zu erfinden." Das wird er künftig beim 1988 gegründeten "Standard" machen. "Ich freue mich schon sehr auf den 'Standard' und auf Wien", twitterte er am Mittwoch kurz nach Bekanntwerden seiner Bestellung.

Während seiner bisherigen steilen journalistischen Karriere fand er auch noch Zeit für seine Theaterleidenschaft: Kotynek ist Mitglied des Perchtoldsdorfer Ensembles "Theater am Weinberg", wo er sowohl als Regisseur als auch als Schauspieler mitwirkte.

(red.)
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