Marsch in Richtung Diversifikation
 

Marsch in Richtung Diversifikation

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Andreas Fuhlich (RMS), Markus Breitenecker (ProSiebenSat.1 Austria), Walter Zinggl (ORF Enterprise), Franz Prenner (Mediaprint), Hans Mahr (Moderation), Anton Wais (Post AG), Heinrich Schuster (Epamedia)
Andreas Fuhlich (RMS), Markus Breitenecker (ProSiebenSat.1 Austria), Walter Zinggl (ORF Enterprise), Franz Prenner (Mediaprint), Hans Mahr (Moderation), Anton Wais (Post AG), Heinrich Schuster (Epamedia)

Altes hat noch nie Neues verdrängt. Beim Intermedialen Gipfel zeigten die Vertreter verschiedener Mediengattungen ihre unterschiedlichen Vermarktungs- und Businessmodelle für die Zukunft auf

Nachdem Keynote Speaker Dr. Martin Fabel in seinem Vortrag eine kurze Prognose für alle Medien gegeben hat, ist die Podiumsrunde frei, um unter der Moderation von Dr. Hans Mahr über die „Konvergente Nutzung von Medien" zu diskutieren. Auf die Prognose Fabels: „der Werbemarkt wächst, aber die Budgets werden sich umverteilen, und zwar in Richtung Internet", antwortet Philipp Schindler von Google Österreich eher ablehnend. „Wir wollen nicht Gewinner sein, wir wollen den Unternehmen helfen, mittels neuer Technologien in die neue Welt einzusteigen". Eingestiegen ist Franz Prenner, Geschäftsführer der Mediaprint in diese Welt schon länger, räumt aber ein, dass man „teilweise noch Angst habe, allen Content im Internet anzubieten". Effiziente Planung, ist nach Prenners Ansicht aber nur durch gemeinsame crossmediale Planungen quer durch die angebotenen Medien, möglich. ORF-Enterprise Geschäftsführer Walter Zinggl wiederum warnt vor einer Panikmache weil „TV machen ist nicht so ganz einfach, da wird es auch für die Medienhäuser mit verlegerischer Vergangenheit einige Learnings geben". Weiters betont er die Notwendigkeit einer gesetzlichen Grundlage für künftige Handlungen.

Der Vertreter der privaten TV-Sender, ProSiebenSat.1-Geschäftsführer Markus Breitenecker hingegen verfolgt ein einfaches Erfolgsrezept gegen eine drohende Übermacht von google und youtube: „If you can't beat them, join them". Konkret wurde Weltmarke Google von Puls 4 via den Puls 4 Google Trends ins Boot geholt, wofür es von Philipp Schindler nocheinmal Lob gibt. Und wie wappnet sich Radio? Mit einer ähnlichen Taktik. „Wir wollen die neuen Technologien für das Medium Radio nutzen und wollen unser Programm auf alle Endgeräte bringen",  verrät Andreas Fuhlich von Radio Marketing Service, die Pläne für die Zukunft. Ähnliches gilt auch für Dr. Heinrich Schuster, als Vertreter der Aussenwerbung: „Plakat bleibt auf der Strasse, aber auch wir werden uns die technologischen Innovationen zunutze machen". Ein weiteres Bild, das unseren Straßen erhalten bleibt: der Postbote. „Wir werden mehr auf Kundenwünsche eingehen, die Post bleibt aber eine personifizierte Mensch zu Mensch-Angelegenheit", so Post-General Dr. Anton Wais.

Kritik gibt es seitens Philipp Schindlers an der Industrie, denn „obwohl 80 Prozent der Kaufentscheidung im Internet gefällt werden, zieht die Industrie nicht mit", einen Umstand, den Walter Zinggl als „historische Geburtsfehlerleistung des Internet" sieht, da es ein „extrem privates Medium sei. Seine Prognose für 2012: „Den ORF wird es in seiner Trimedialität noch lange geben, und zwar, weil der Konsument das so will."  Insgesamt profitiert also letztlich natürlich Konsument, da die konvergente Nutzung der Inhalte und die Distribution über möglichst viele Kanäle einer Medienvielfalt im weitesten und näheren Sinn nur zugute kommen kann.  

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