Marketing Natives diskutierten über "Big Data...
 

Marketing Natives diskutierten über "Big Data"

Die unterschiedlichen Auswirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von "Big Data" für die Marketing-Branche standen im Fokus des Events

Die Marketing Natives - Nachwuchsplattform des Dialog Marketing Verband Österreich für junge Marketing-Experten - haben den Veranstaltungsherbst 2013 mit ihrem Event#3 über „Big Data“ eröffnet. Das Thema ist nicht zuletzt seit dem NSA-Skandal in aller Munde. Dazu wurden fünf Speaker eingeladen, die sich in ihren Vorträgen auf die unterschiedlichen Auswirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von „Big Data“ für die Marketing-Branche konzentrierten.

„Connected Car“ & „Campaign Analytics“

Die Keynote hielt Markus Berger, der bei T-Systems für den Bereich Big Data & BI Solutions verantwortlich zeichnet. Er begann seinen Vortrag mit einer Begriffserklärung von Big Data. Das „Buzzword“ sei zwar weithin bekannt, aber bei der genauen Definition würden die meisten scheitern. Laut Berger gibt Big Data Antwort auf jene Fragen, die noch nicht gestellt wurden und er veranschaulichte dies mit einer Auswahl an Anwendungsmöglichkeiten wie „Connected Car“ mit dem Rückschlüsse über den Zustand von Straßen gezogen werden können oder „Campaign Analytics“, mit der eine Echtzeit-Analyse und Steuerung von Marketing-Kampagnen möglich ist.

Vorhersagbarkeit des Kaufverhaltens

Mit dem Mathematiker Carlos Herrera ging es weiter, der als Data Scientist beim spanischen Start-up Traity.com tätig ist. Er stellte eingangs die provokante Frage „How many diaper ads have you seen in your life?“ und belegte anhand von einem Rechenbeispiel, dass 96 Prozent jener Konsumenten, die Windelwerbung sehen, gar keine potentiellen Kunden seien. Es ginge heute auch nicht mehr darum festzuhalten, welche Produkte der Konsument gekauft habe, sondern anhand der gesammelten Daten vorherzusagen, was er zukünftig kaufen werde. Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon oder Netflix hätten diesen neuen Möglichkeiten längst erkannt und würden diese bereits erfolgreich einsetzen.

Mehrwert mit Big Data generieren

Martin Micko - Sr. Marketing Director for Turkey, Eastern Europe, Africa & Middle East bei EMC² – sprach als nächster und fokussierte sich in seinem Vortrag auf die Frage, wie man Mehrwert mit Big Data generieren kann. Für Marketing Manager sei Big Data wie Ostern und Weihnachten zusammen, denn man könne sensationelle Kundenprofile erarbeiten, Mikrosegmentierungen durchführen und so individuelle Angebote erstellen. Allerdings müssten die Ideen, welche Big Data Anwendung für das eigene Unternehmen nützlich ist, von den Marketing Managern selbst kommen. Big Data werde die Businesslandschaft verändern und Marketing sei dabei der Richtungsgeber.

Veranschaulichung von Social Anlaytics

Mit dem vierten Vortragenden, Luca Hammer, holten die Marketing Natives einen passionierten Blogger als Vortragenden, der neben der Förderung der österreichischen Blogger-Szene unter anderem das Start-up work|i|o - eine Plattform zur besseren Organisation und Verteilung von Arbeit - gegründet hat. Der Schwerpunkt seines Vortrags lag auf der Veranschaulichung von Social Anlaytics. Dazu zeigte er zahlreiche Beispiele von Netzwerkanalysen von Twitter-Accounts aber auch von Vernetzungen, die hinter Blogs stehen und welche Informationen man daraus ziehen könne.

„The new Currency in Marketing“

Als Abschlusssprecher kam Jürgen Höbarth, Chief Visionary Officer bei RealLifeConnect Ltd. in Hong Kong, zu Wort. Wie auch schon seine Vorredner bezeichnete er Big Data als „The new Currency in Marketing“. Er gab einen Überblick, welche Menge an ungenützten Daten durch digitale Netzwerke, Kreditkartenunternehmen, Banken, Mobilfunkbetreiber oder durch Anwendungen wie GPS, Pulsmesser etc. bereits gesammelt werden. Vergleicht man den traditionellen und den neuen Weg des Verkaufens, sei es heute viel wichtiger alles über den Konsumenten zu wissen, als über das Produkt selbst. Seine Schlussfolgerung: klassische Kampagnen seien tot, stattdessen müsse es einen ständigen Dialog mit dem Kunden geben.

(red)
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