Marketing brachte den Tod des Inhalts
 

Marketing brachte den Tod des Inhalts

Hans-Jörgen Manstein eröffnet die 9. Österreichischen Medientage.

Sollte die Antwort auf die Themenfrage der 9. Österreichischen Medientage "Rechnet sich der Content noch?", so Verleger Hans-Jörgen Manstein in seiner Eröffnungsrede, "nein" lauten, dann "haben wir ein Problem", denn dann würden sich auch die Medien nicht mehr rechnen, doch eine für eine Gesellschaft wären damit Schlagworte wie "Demokratiegefährdung" oder "Angriff auf den Meinungspluralismus" verbunden. Manstein meint, dass mit den 90er-Jahren die Marketing-Experten Einzug in die Medienlandschaft gehalten hätten, und mit "dem Einzug des Marketings ging der Tod des Inhalts einher". Mit dem Verkauf von Flugmeilen, Computern und ähnlichem hätte eine Abwärtsspirale eingesetzt, die den redaktionellen Inhalt zum Zusatznutzen degradiert habe.



"Der Journalismus in diesem Land beginnt sich mit großer Verve selber überflüssig zu machen", meint Manstein und kritisiert die zahlreichen "Parallelgeschichten" in Tageszeitungen und Magazinen. Inhalte könnten nur über die Mitarbeiter generiert werden, doch die Kosten für diese Mitarbeiter würden immer höher. Die Politik sei daher gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen und die Medienvielfalt zu fördern.



Eine Foto-Galerie zur Eröffnung der 9. Österreichischen Medientage finden Sie auf der Homepage unseres Fotografen Peter Svec.

(as)

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