Markenanmeldung ist Grundstein für den Marken...
 

Markenanmeldung ist Grundstein für den Markenwert

Patentamtspräsident Friedrich Rödler empfiehlt Markenschutz als Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Bei der Präsentation der 10. Österreichischen Marken-Wert-Studie des European Brand Instituts am 3. Juli 2013 im News Tower machte Patentamtspräsident Friedrich Rödler einmal mehr aufmerksam, dass "eine Markenanmeldung beim Österreichischen Patentamt als Grundsteinlegung zum Marken- und damit zum Unternehmenswert betrachtet werden kann".

Markenschutz, so Rödler, "im Idealfall kombiniert mit Patent- und Designschutz", sei "das geeignete Instrumentarium, wenn es darum geht, Innovationen wettbewerbsfähig zu machen". Denn, unterstrich Rödler: "Im Gegensatz zu Patenten haben Marken kein Ablaufdatum - wenn der Anmelder es möchte, bleiben Logos ewig frisch und kampfbereit".  

Wie die Marken Wert Studie 2013 eindeutig belege, "haben viele Unternehmen das Potenzial der Marke bereits erkannt. Im Jahr 2012", zählt Rödler auf, "wurden im Österreichischen Patentamt 6.506 Marken angemeldet; das ist ein Plus von rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr".

Auch bei den internationalen Schutzmöglichkeiten zählten österreichische Markenanmelder zu den Top-Usern: Die zuständige Behörde für den internationalen Markenschutz meldete ein Plus von 12,5 Prozent bei Anmeldungen aus Österreich. In Österreich, erläuterte Rödler, sind gegenwärtig rund 110.000 nationale Marken angemeldet und geschützt, via EU kommen weitere rund 700.000 dazu - somit existieren in Österreich national und international rund eine Million geschützte Marken.  

Rödler machte auf das Tool "Online-Filing" für Markenanmeldung - im technischen wie werblichen und insbesondere Design-Bereich aufmerksam: Für bereits 360 Euro kann für zehn Jahre Markenschutz erlangt werden (Verlängerung beläuft sich auf 640 Euro) - "das sind 64 Jahre im Jahr, um Markenwert zu generieren!" Das nach wie vor bestehende "Strukturproblem", dass "geistiges Eigentum" nicht ausreichend als Vermögenswert bilanziell dargestellt werden kann, sieht Rödler als Wettbewerbsnachteil. Das Patentamt habe mit "Online-Filing" und Bewertungsguidelines seinen Teil beigetragen - "Markenwerte müssen rein in die Bilanzen - der Wert des geistigen Eigentums hat in der Bilanz Niederschlag zu finden", fordert Rödler.

Problem: Das österreichische "UGB" (Unternehmensgesetzbuch) stellt bei der Bewertung von Vermögen von Unternehmen vor allem materiellen Besitz in den Vordergund und ist auf "Gläubigerschutz" ausgerichtet, wie Rödler und Eurobrand-Vorstand Gerhard Hrebicek erläutern: Im Gegensatz dazu ist das amerikanische "IFRS" Bilanzierungsmodell (steht for International Financial Reporting Standards) in der Darstelung auch immaterieller Vermögenswerte wie eben Marken und Lizenzen und Patente auf die Interessen von Investoren ausgerichtet. Nach diesem Bewertungsmodell hätten Marken-, Patent- und Lizenzwerte am Unternehmenswert - je nach Branche - einen Anteil zwischen 40 bis 80 Prozent (dreimal raten, welches Unternehmen über 80 Prozent liegt? - Red Bull).

Denn, unterstreicht Rödler: "Marken sind vor allem im internationalen Wettbewerb ein essentielles Tool gegen Nachahmer, Trittbrettfahrer und gegen jede andere Form der Produktpiraterie."
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