Magazin: Neues Mateschitz-Projekt 'Der Pragma...
 
Magazin

Neues Mateschitz-Projekt 'Der Pragmaticus' gestartet

Screenshot: Der pragmaticus

Chefredakteur ist ehemaliger 'Standard'-Wirtschaftsressortleiter Andreas Schnauder. Erste Ausgabe beschäftigt sich mit E-Mobilität. Magazin soll zehn Mal jährlich erscheinen.

"Mein Name ist Pragmaticus, Der Pragmaticus. Ich jage keine Bösewichte, sondern führende Experten, die Besten ihres Fachs, die Zusammenhänge erklären und Lösungswege skizzieren" - mit diesen Worten stellt sich das neue Magazin aus dem Hause Red Bull seinen Lesern vor. Am Freitag ist das Projekt nach rund einjähriger Vorlaufzeit zunächst online gestartet. Die erste Printausgabe des Magazins wird am Montag, dem 6. September, erscheinen und sich monothematisch mit E-Mobilität auseinandersetzen - ein Thema, das bereits Gegenstand der zum Jahreswechsel produzierten 0-Nummer war (HORIZONT berichtete). Insgesamt sollen jährlich 10 Magazine zu einem Jahrespreis von 60 Euro erscheinen. Das Magazin soll in einer Auflage von 200.000 Stück erscheinen.


Geleitet wird das Projekt von Andreas Schnauder, Standard-Urgestein und langjähriger Leiter des Wirtschaftsressorts der Tageszeitung. Schnauder wechselte im Frühjahr von der Tageszeitung ins Red-Bull-Reich. Gleich mit nahm er Wirtschafts-Redakteur Leopold Stefan, der dort auf seine ehemalige Kollegin und Ex-Standard-Gesundheitsressortleiterin Karin Pollak traf. Insgesamt arbeiten laut Impressum zehn Personen in der Redaktion - Schnauder eingeschlossen.


Zu Wort kommen sollen im Magazin aber vor allem Experten, die Redaktion soll laut Pragmaticus die "Fakten und Zusammenhänge" aufbereiten, die dann in ein "Magazin gegossen werden". Die Medienwelt, so "der Pragmaticus" in seinen einleitenden Worten, sei von "Meinungs- oder gar Erregungsjournalismus getrieben."

Lange Vorlaufzeit

Für den Start hat man sich Zeit gelassen. Laut HORIZONT-Informationen liegen die Anfänge des Projekts noch vor dem offiziellen Aus der von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz finanzierten Recherche-Plattform Addendum, das im August bekannt gegeben wurde. Seither gab es ein reges Kommen und Gehen bei Pragmaticus. Zahlreiche Journalisten heuerten im Lauf des vergangenen Jahres bei dem Projekt an, verließen das Unternehmen aber rasch wieder.


Das dürfte auch an der Konstruktion liegen.Hinter Der Pragmaticus steht der Pragmaticus Verlag in Liechtentstein, an dem eine Holding von Prinz Michael von und zu Liechtenstein und eine AG von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz zu je 50 Prozent beteiligt sind. Als Herausgeber fungiert Liechtenstein, die Redaktion sitzt aber in den Räumlichkeiten des Red Bull Media House in Wien. Darüberhinaus wird das Magazin von einer Sendung auf ServusTV begleitet, die am Sonntagabend erstmals ausgestrahlt wird und sich laut Programmbeschreibung "wichtigen Fragestellungen und Perspektiven relevanter Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik” widmen will.

Moderiert wird die Sendung vom Schweizer Journalisten Roger Köppel, Verleger und Chefredakteur des rechtskonservativen Wochenmagazins Die Weltwoche, der in der ersten Sendung mit Fritz Indra ("Motorenpapst" und Honorarprofessor), Gracia Brückmann (Mobilitätsforscherin), Fritz Vahrenholt (ehemaliger Umweltsenator von Hamburg und SPD-Politiker) und Andreas Reinhardt (Vorsitzender BEÖ) zum Thema Elektromobilität spricht.

stats