Machbarkeitsstudie zum ORF-Standort
 

Machbarkeitsstudie zum ORF-Standort

Wrabetz an Mitarbeiter: Raum- und Funktionsprogramm für gemeinsamen Standort wurde präsentiert, ob Umsetzung im ORF-Zentrum möglich ist, wird bis Sommer geklärt

Für ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gibt es offenbar nach wie vor keine Klarheit darüber, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Wiener Küniglberg bleiben soll oder doch nach St. Marx umziehen wird. Wie aus einem am Montagabend verschickten Rundmail an die Mitarbeiter hervorgeht, hat das mit der Frage betraute Projektteam zwar schon"ein erstes Raum- und Funktionsprogramm für einen gemeinsamen Standort" präsentiert, ob dieses im bestehenden ORF-Zentrum umsetzbar ist, werde aber erst "im nächsten Schritt" in einer Machbarkeitsstudie geprüft, so Wrabetz.

"Klarheit noch vor dem Sommer"

Das Projektteam besteht aus dem deutschen Architekten Bert Müller, der bereits RTL in Köln plante und Ö3-Vizechef Albert Malli. Ihr Konzept präsentierten die beiden am vergangenen Donnerstag im ORF-Stiftungsrat. "Dieses Programm ist ein idealtypisches Bedarfsprofil, stellt also dar, wie die Studio-, Büro- und Redaktionsräumlichkeiten funktional anzusiedeln wären", schreibt Wrabetz. Ausgangspunkt der Planung sei ein „Multimedialer Newsroom“ im Herzen des Gebäudes. Mittels der Machbarkeitsstudie werde nun geprüft, "wie sich dieses Idealkonzept im ORF-Zentrum – innerhalb der sanierten Bestandsflächen und einem Erweiterungsbau - realisieren lässt". Dabei würden außerdem Fragen zur Verkehrsanbindung, "aber auch die noch offenen Fragen des Denkmalschutzes abgeklärt". Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie erwarte man "noch vor dem Sommer", so der ORF-Chef. Daraus sollen auch die Voraussetzungen für den unmittelbar danach geplanten Architektenwettbewerb hervorgehen.

Sanierungsarbeiten lassen "alle Ausbauoptionen offen"

Die seit Oktober laufenden Sanierungsarbeiten im Objekt 1 (jenem Teil, der neben dem "Im Zentrum"-Studio im Parterre auch die Geschäftsführung und die Räumlichkeiten für die Gremien beherbergte) liegen laut Wrabetz im Zeitplan. Derzeit würden Stahlschuhe eingebaut, "damit die Deckenplatten stabil aufliegen und diese untereinander wieder fest verbunden sind". Für alle architektonischen Eventualitäten sei vorgesorgt: "Die statische Sanierung, die derzeit durchführt wird, lässt jedenfalls alle Ausbauoptionen offen", heißt es in dem Mail. 

In dem 70er-Jahre Bau tauchten zuletzt erneut Asbesteinlagerungen auf, die aber offenbar keine großen Probleme verursachen. "Bei beiden Örtlichkeiten handelt es sich um Technikräume, die nur selten von unterwiesenem Fachpersonal betreten werden", schreibt der ORF-Chef. Für die Mitarbeiter bestehe keine Gesundheitsgefährdung.

Wunsch der Stadt-SPÖ

Die ORF-Standortfrage ist seit Jahren heiß diskutiertes Thema im ORF. Die Wiener Stadtregierung und auch in ORF-Fragen mächtige SPÖ der Bundeshauptstadt wünscht sich einen Neubau beim Mediaquarter Marx. ÖVP und Teile des Unternehmens hielten bisher erfolgreich dagegen. Im September 2012 schien im Stiftungsrat ein Entschluss gefallen zu sein, als sich der ORF-Generaldirektor vom obersten ORF-Gremium eine "größtmögliche Zusammenführung am Küniglberg" absegnen ließ. St. Marx-Gegner sahen das Thema damals abgehakt, Befürworter ließen bereits am selben Tag vorsichtig durchblicken, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.Im Dezember verlängerte der ORF überraschend eine Option auf ein Grundstück in St. Marx um ein weiteres Jahr. 
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