MA 2014 erschienen
 

MA 2014 erschienen

Die Media-Analyse weist Tageszeitungen mit starken Werten aus, die Magazine leiden etwas

"Eine Vergleichbarkeit ist nicht gegeben", betont Petra Roschitz, Geschäftsführerin Verein Media-Analysen einmal mehr bei der heutigen Pressekonferenz im Presseclub Concordia.

Was gibt es sonst Neues? Interessant ist, dass die Lebenswelten, jetzt 3.0, der Media-Analyse, die bereits seit 2001 existieren, quasi als Gegenstück zu den Sinus Milieus, mit 15 neuen Typoplogien adaptiert wurden. Details hier.

Spannend und ebenso neu sind die erstmals gezählten Blattkontakte. So informierten die Befragten diesmal erstmals auch darüber, wie oft sie die jeweilige Zeitung oder auch das jeweilige Magazin zur Hand genommen hätten - es gibt einen Durschnittswert und jeweils Reichweiten für 1, 2, 3, 4+ Kontakte.

Für folgende Gratis-Monatstitel gibt es erstmals Ganzjahreswerte: "wienlive look", "Die Steirerin", "Kärntner Monat", "Die Oberösterreicherin", "Die Salzburgerin", "Ti­rolerin", "Die Vorarlbergerin" sowie ­bundesweit für "Fal­staff". Seit Juli werden außerdem "Terra Mater" erhoben, sowie die neu gegründeten Gratismagazine "Die Niederösterreicherin" und "Die Burgenlän­derin".

"Maxima", das Kundenmagazin aus der Rewe-Gruppe, und "Naturlust" aus der Mediengruppe Österreich werden diesmal aufgrund „nicht beigebrachter Auflagennachweise“, wie es seitens des Vereins MA heißt, nicht ausgewiesen.

Nun zu den aktuellen Erkenntnissen aus der MA: Knapp 70 Prozent der Österreicher über 14 Jahre lesen täglich Zeitung in Papierform. Unter den Tageszeitungen einmal mehr voran ist die "Kronen Zeitung", die von knapp 2,3 Millionen Österreichern gelesen wird (Reichweite: 31,6 Prozent) - sie ist somit national und in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich auf Rang eins der Tageszeitungen (Kauf wie gratis).

Wiener Erkenntnisse

13,8 Prozent lesen täglich die Gratiszeitung "Heute", die in Wien mit 35,4 Prozent Reichweite und 529.000 Lesern ganz vorn rangiert, die "Krone" erreicht in Wien 24,3 Prozent und liegt damit in der Bundeshauptstadt noch vor "Österreich" mit 22,0 Prozent Reichweite.

Der "Kurier" kommt auf 16,2 Prozent,  "Der Standard" auf 11,2, "Die Presse" auf 7,7 Prozent Reichweite in Wien - alle drei liegen damit deutlich über ihrem Österreichschnitt von 8,2 bzw. 5,7 bzw. 4,2 Prozent. Weitere Erkenntnisse aus Wien: "WirtschaftsBlatt" 1,2, der "Falter" 4,6 Prozent Reichweite. Stark gelesen werden in Wien weiters das "Wiener Bezirksblatt" (35,9 Prozent), die "Wiener Bezirkszeitung" (26,4 Prozent) und das "VorMagazin" (15,4 Prozent).

Starke Bundesländerzeitungen

Die Reihe der Bundesländerzeitungen schneidet national und im eigenen Bundesland durchwegs positiv ab: Allen voran ist die Kleine Zeitung zu erwähnen, die  österreichweit auf 11,9 Prozent Reichweite, in der Steiermark auf 52,9 Prozent und in Kärnten auf 51,8 Prozent Reichweite kommt. auf Die 'OÖN' erreicht im Heimatbundesland 30,5 Prozent der Leser über 14 Jahre ("Krone": 33,4 Prozent), die "Salzburger Nachrichten" 38,7 Prozent ('Krone': 38,1 Prozent), die "Tiroler Tageszeitung" kommt auf 47,3 Prozent und 308.000 Leser in Tirol ("Krone":29,9). Den "Vorarlberger Nachrichten" werden 47,5 Prozent im Ländle ausgewiesen, der "Neuen Vorarlberger TZ" 13,2 Prozent wochentags, letztere ist traditionell mit ihrer Wochenendausgabe sehr stark mit 24,5 Prozent. Übrigens in Vorarlberg liegt die "Krone" mit ihrer nationalen Ausgabe nur bei 5,3 Prozent Reichweite.

Noch einmal klar höhere Reichweiten zeigen sich bei nahezu allen Tageszeitungen am Wochenende, voran die "Kronen bunt" mit 39,4 Prozent - es scheint, dass gerade samstags und sonntags die Leselust steigt.

Supplements werden zwei in der MA ausgewiesen: der "Freizeit Kurier" mit 7,6 und "tele" mit 22,2 Prozent Reichweite.

RMA: Millionenreichweiten


Bei den Regionalen Wochenzeitungen zeigen sich die Regionalmedien Austria unvermindert stark mit 48,9 Prozent nationaler Reichweite und 3.540.000 Lesern. Die "NÖN" erreichten national 8,0 Prozent Reichweite, in NÖ 37,7 Prozent, die "BVZ" ebenso aus dem NÖ Pressehaus kommen auf 1,6 Prozent national bzw. 37,8 Prozent im Heimatbundesland. Die "Salzburger Woche" hat auch einen nationalen Wert: 3,7 Prozent Reichweite, 51,1 Prozent und 232.000 Leser sind es im ausgewiesenen Zeitraum in Salzburg.

Gratis im Bundesland

In den Bundesländern (NÖ, Burgenland, Salzburg, Tirol) sind die 'Bezirksblätter' (zwischen 49,8 (NÖ) und 68,1 (Bgl.) Prozent) stark, in der Steiermark und in Kärnten lesen außerdem mehr als die Hälfte der Bevölkerung "Meine Woche" (53,7 bzw. 51,7).

In OÖ sind die Gratiswochenzeitungen "Bezirksrundschau" und "Tips", nach alter Manier noch mit einem "p" geschrieben, gern gelesen: 56,6 respektive 64,2 Prozent Reichweite. Die "TT Kompakt" kommt in Tirol auf 9,4 Prozent. In Vorarlberg sind "Wann & Wo" (Kombi: 68,8) sowie die "Regionalzeitungen Vorarlberg" (40,9) in der Bevölkerung präsent.

Magazine im Blick

Ein Blick auf die Magazinlandschaft zeigt durchwegs, auch wenn keine Vergleiche zulässig sind Rückschläge, und zwar durch die Bank. Unter den in der MA ausgewiesenen Titeln der Verlagsgruppe News zeigt sich folgendes: "News" kam 2014 auf 5,7 Prozent Reichweite oder 413.000 Leser, das "profil" auf 4,7 Prozent Reichweite oder wöchentlich 340.000 Leser. "tv-media" überrundet als reichweitenstärkstes Wochenmedium die "Ganze Woche" und erreichte 10,9 Prozent. "Gusto" kam auf 8,0, "Woman" auf 6,3, "autorevue" auf 4,1, der "Trend" auf 2,9, "e-media" kam auf 2,1 Prozent, "News Leben" auf 1,9, das "Format" auf 1,5 Prozent Reichweite.

Nun zu den Titeln der Styria, wo derzeit ein großer Umbruch stattfindet: "Wienerin" 3,4, "Sportmagazin", soeben mit der Bikini-Gala in aller Munde, 2,8 Prozent, "Motoradmagazin" 2,1, "Miss" 2,0, "Wiener" 1,7, "Diva" 1,3 Prozent.

Im Aufwind sind die Titel aus dem Red Bull Medienhaus: "The Red Bulletin" als Beilage sowie am Kiosk erhältlich erreicht monatlich 12,6 Prozent Reichweite, "Servus in Stadt & Land" mit 12,4 Prozent und das "Seitenblickemagazin" 2,9 Prozent.

Weitere Magazine

Erwähnenswert: Das Mitgliedermagazin "Auto Touring" ist unter den Magazinen Reichweitenkaiser mit 25,8 Prozent, "Freie Fahrt" (ARBÖ) und "Alles Auto" erreichen 5,0 und 3,0 Prozent der Leser 14+. Ebenso stark das Mitgliedermagazin "complete" mit 7,2 Prozent. Weitere Frauenzeitschriften: "Welt der Frau" mit 2,9 Prozent Reichweite und "Eltern" mit 2,3 Prozent.

Ausgewiesen in der MA werden: "Geo" mit 7,5 Prozent, die "ORF Nachlese" mit 5,9 und das Wirtschaftsmagazin "Gewinn" mit 3,2 und "TopGewinn" mit 1,4 Prozent, sowie "Schöner Wohnen" mit 4,0, Mitgliedermagazin "Medizin populär" mit 3,5. Mit dem Beinamen (gratis) ist das "Weekend Magazin" sehr stark mit 14,5 Prozent Reichweite, ebenso in der MA erhoben werden "Gesünder Leben" (gratis) mit 3,3 Prozent, "Skip" (gratis) mit 4,5 Prozent und "Falstaff" (gratis) mit 2,0 Prozent bei den Magazinen dabei. Bei Frisör und Arzt erreichte der Lesezirkel 11,3 Prozent der Leser.

Bundesländerinnen, Infoscreen und das Internet


Die Gratistitel des bundesländerweiten Magazinrings ("Wienlive Look" - 1,7 regional, "Die Steirerin" - 5,6,  Die "OÖin" - 7,8, "Die Salzburgerin" (noch jene von Herrn Kaindl-Hönig mit dem nun nicht mehr kooperiert wird) - 8,9, "Die Vorarlbergerin" - 10,7, "Die Tirolerin" - 11,5, "Kärntner Monat" - 10,0) den Uschi Pöttler-Fellner verantwortet, haben nun einen Ganzjahreswert, neu sind "Die Niederösterreicherin" (2,0) und "Die Burgenländerin" (3,4) mit einem Halbjahreswert.

Weiters in der MA erhoben: Infoscreen und das Internet. Das Medium im öffentlichen Raum erreichte im Jahr 2014 in den letzten sieben Tagen in U-Bahnen und U-Bahnstationen 13,0 Prozent oder 939.000 Österreicher. In Straßenbahnen und Bussen waren es 12,6 Prozent in sieben Tagen. Hochrelevante Zahlen zum Schluss: 68,9 Prozent der Österreicher waren "gestern" im Internet, das sind knapp 5 Millionen, täglich online sind 52,8 Prozent der Österreicher über 14 Jahre. Was sie dort genau tun, lesen Sie im Dossier in HORIZONT 14 oder in der gedruckten Mini-Media-Analyse.

Methodenänderung

Zur Methode: Adresszufallsstichproben weichen Stichproben, ermittelt anhand von Telefonnummern. 60 Prozent der Befragungen erfolgen nun Online (CAWI) und nur mehr 40 Prozent unterstützt durch Interviewer (CAPI/CASI). Die größten Unterschiede liegen also in der Auswahl, der Art der Befragung und auch in Methodeneffekten durch neue Antwort­möglichkeiten - tendenziell werden im ­Vergleich etwas höher gebildete und besser situierte Personen erreicht.

Mehr zur MA lesen Sie im Dossier in der HORIZONT-Ausgabe 14/2015, die am 4. April erscheint.
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